Geschichten

Liebeszeugs

Ach ja, immer dieses komplizierte Zeugs mit dem Dating... Und der Liebe. Oder eben auch nicht. Nüchtern betrachtet ja ganz lustig, wenn man nicht gerade selbst mittendrin steckt. Von Zeit zu Zeit gelingt es mir etwas melodramatisch darüber zu schreiben, was mir auf meiner (Liebes-)Reise denn alles so passiert. Nicht ganz ernst gemeint, aber vielleicht ganz unterhaltsam... PS: Nachmachen wird nicht empfohlen ;)

Vom Puren Glücklichsein & Wachsender Selbstliebe

Es ist wieder soweit… Ich sitze auf meiner Lounge und atme tief ein. Die erdrückende Hitze und Sonnenschein pur der letzten Tage haben sich nun zu einem immer noch schwülen und regnerischen Abend entwickelt. Ein leichtes Sommergewitter zieht übers Wauwilermoos und es riecht nun wunderbar nach nassem Asphalt und frisch gemähtem Gras. Wie ich das liebe! Seit einigen Tagen bilden sich Sätze in meinem Kopf und ich weiss, dass die Zeit nun gekommen ist: Ein neuer Blog muss her. Denn jedes Mal, wenn mein Hirn und wohl auch mein Herz selbstständig anfangen Sätze zu bilden, dann habe ich die nötige Inspiration zum Schreiben. Und das obwohl ich weiss Gott anderes zu tun hätte wie beispielsweise meine Wohnung nach einer Woche Ferien mit viel Besuch aufzuräumen, endlich meine Steuererklärung auszufüllen (nun bröckelt meine seriöse Fassade gewaltig, ich weiss…) oder die Arbeit für meine durchaus interessante Weiterbildung zu schreiben. Nun ja, was soll ich sagen… Manchmal muss Frau einfach tun, was Frau tun muss ;) Heute schreibe ich über bewusst über Diverses, das mich seit dem letzten Text beschäftigt und worüber ich intensive Gespräche geführt habe. Zuerst danke ich euch noch für die unzähligen berührenden Reaktionen auf meinen letzten Blog zum Thema Single in Zeiten von Corona – Wow! Mir wurde einmal mehr bewusst, dass Schreiben nicht nur bei mir etwas auslöst, sondern wohl auch bei einigen Lesenden. Das freut mich! Und gerade in Zeiten wie Corona scheint es mir umso wichtiger, dass wir uns über unser Wohlbefinden Gedanken machen und auch darüber sprechen. Auch über angebliche Tabu-Themen, die aus meiner Sicht keine sein sollten. Los geht’s… Mit dem Thema Selbstliebe beschäftige ich mich bereits länger. Es gibt viele Studien darüber, wie wichtig es ist, sich selbst zu mögen. Diese erspare ich euch, obwohl sie sehr interessant und absolut lesenswert sind. Wichtiger sind mir jedoch die Kernbotschaften, die ich für mich mitnehme und euch gerne weitergebe. Die erste und aus meiner Sicht eine der bedeutendsten: ICH BIN GENUG! Damit meine ich, dass wir unser Glück nicht von anderen abhängig machen sollten. Natürlich macht es Spass einen Abend mit Freunden oder einen schönen Tag mit der Familie zu verbringen, das meine ich auch gar nicht damit. Glück ist sehr individuell und absolut wandelbar, es lässt sich schwer beschreiben. Viele Menschen bezeichnen eine Beziehung als Glück. Ob sie dabei glücklich sind oder nicht, scheint für einige nebensächlich zu sein. Darauf will ich jetzt aber bewusst nicht weiter eingehen. Die Tatsache, dass ich oftmals mit hochgezogenen Augenbrauen angeschaut werde, wenn ich sage „Weisst du, ich bin grundsätzlich immer noch gerne Single und somit unabhängig“ zeigt mir, dass unsere Gesellschaft das Singlesein (immer noch) nicht wirklich als positiv respektive neutral betrachtet. Und das gibt mir ziemlich zu denken. Sollte es nicht so sein, dass wir Menschen unser eigenes Glück als das Wichtigste überhaupt betrachten sollten? Damit ist weder Egoismus noch übertriebene Selbstliebe gemeint, sondern schlicht und einfach das Glücklichsein an sich. Sehr häufig – und das ist absolut menschlich – passen wir uns unserem Umfeld an. Keine Lust auf das langweilige Treffen mit einer alten Bekannten? Hmm, absagen macht sich aber leider nicht gut, gell? Alle anderen gehen in die Badi, ich fühle mich aber nicht wohl und gehe trotzdem mit? Blödsinn! Versteht mich richtig, es ist absolut legitim Dinge zu tun, auf die man keine Lust hat und oftmals wird es wider Erwarten sogar richtig gut, obwohl man zu Beginn kein gutes Gefühl hatte. Aber man darf ruhig auch mehr ehrlich sagen, dass man jetzt keine Lust hat und einem etwas anderes guttun würde. Dabei gilt zu beachten, dass dies nicht Überhand nimmt und man auch die Bedürfnisse anderer wahrnimmt. Ich selbst finde es ja auch nicht berauschend, wenn mir jemand in letzter Minute absagt und ich dann allein dastehe (Klammer an dieser Stelle: Das gilt übrigens auch für erste Dates, liebe Männer da draussen). Ich meine damit, dass wir auf unsere eigenen Bedürfnisse hören sollen und auch mal etwas absagen oder verschieben dürfen, wenn es nicht passt. Ich selbst neige dazu, mir immer viel zu viele Termine aufzuhalsen und wenn mir dann die Puste ausgeht, denke ich im Nachhinein, dass ich besser eine Pause eingebaut und anders geplant hätte. Schwierig, ich weiss. Es gibt noch unzählige andere Beispiele, mir fällt spontan noch eine kleine Geschichte dazu ein: Beim Lädelen ist mir eine schöne Jeansbluse aufgefallen und als ich sie anprobiert habe, war ich begeistert. Trotzdem war sie mir zu teuer und ich habe sie wieder hingehängt. Als ich sie kurze Zeit später nochmals entdeckt habe, musste ich sie nochmals anziehen und fühlte mich wieder grossartig. Auch dieses Mal sagten mir meine Freundinnen (nicht dieselben), dass sie mir ausgezeichnet stehen würde, aber schon überteuert wäre. Hin- und hergerissen war ich, das sag ich euch. Ich habe sie schlussendlich mit einem guten Gefühl gekauft und freue mich jedes Mal, wenn ich sie anziehen kann. Ein Frauenproblem, Männer dürfen hier ruhig die Augen verdrehen ;) Was ich damit sagen will: Auf unsere Lieben zu hören ist absolut sinnvoll, sie geben uns wichtige Inputs. Entscheiden tun wir aber schlussendlich selbst und auch solche kleinen Entscheidungen machen glücklich, wenn wir wirklich dahinterstehe und es sich gut anfühlt. Gut, zusammenfassend kann man sagen, dass wir unser eigenes Glück in der Hand haben. Wie letztens geschrieben, soll man Glück jedoch nicht suchen, sondern finden. Und somit kommen wir bereits zum zweiten Leitsatz: „LET LIFE LOVE YOU!“ Unser Leben zu lieben, ist nicht immer einfach. Natürlich nicht, sonst wäre es ja langweilig, oder? Herausforderungen gehören dazu und leider auch traurige Schicksalsschläge, die uns im Nachhinein stärker machen. Und uns immer weiterbringen, ob wir wollen oder nicht! Ich glaube fest daran, dass es für sehr Vieles einen Grund gibt. Wir müssen die Gründe nicht immer kennen oder gar verstehen, aber mir ist es schon oft passiert, dass mir im Nachhinein ein Licht aufgegangen ist und ich dachte „Aha, darum also!“. Und wenn nicht, dann ist es auch gut, es braucht ja nicht immer für alles einen Grund, oder? Wir müssen lernen das Leben mit all seinen Facetten zu lieben und es anzunehmen. Ich selbst finde mein Leben aktuell unglaublich toll. Und das liegt nicht daran, dass mir besonders viel Schönes passiert, sondern an meiner Einstellung. Hinter mir liegen herausfordernde Zeiten, welche mich teilweise ganz schön in die Tiefe gezogen haben. Dies sind tragische Ereignisse, machmal auch einfach ein schlechter Tag, wie wir ihn alle erleben. Als Mensch, der nach einem Sturz nie lange liegen bleibt, habe ich vor einiger Zeit entschieden mein Leben genau so anzunehmen, wie es kommt. Das bedeutet, dass ich in fast allem etwas Positives sehen kann. Manchmal braucht es zwar einen Moment, weil teilweise echt viel Scheisse (sorry für den Ausdruck, aber einige Ereignisse kann man einfach nicht schöner betiteln) passiert, aber wie bereits oben geschrieben, bringen vor allem diese Dinge einen weiter. Und wenn wir es als Erfahrungen betrachten, dann hat das Leben doch echt viel zu bieten, nicht wahr? Dann darf man auch mal straucheln und etwas hinterfragen, dann aber mit einem fetten Lächeln nach vorne schauen und denken „Ups, das war scheisse, das passiert mir nicht nochmals“ oder „was mache ich beim nächsten Mal anders?“. Einige von euch denken jetzt bestimmt, dass ich es mit der Reflexion und den Optimismus übertreibe. Nun ja, das mache ich sicher ab und zu, aber was ist es, was einem weiterbringt? Richtig, sich selbst zu reflektieren und die eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Etwas hat nicht funktioniert? Gut, dann wird halt eine andere Variante ausprobiert. Etwas hat hervorragend geklappt? Toll, dann beim nächsten Mal wieder genauso! Man soll und soll sich auch mal selbst feiern können, ohne dabei überheblich zu werden. Etwas Naivität schadet übrigens auch nicht, es lässt einem das Leben unbeschwerter angehen. Damit komme ich zum letzten Punkt für heute. Als mir eine nahestehende Person gesagt hat, dass ich mich in den letzten Monaten negativ verändert hätte, hat mich das irritiert. Also habe ich nachgefragt, was sie damit meint. Als Antwort hörte ich, ich sei etwas egoistisch und überheblich geworden. Bäm, eine solche Aussage einer geliebten Person schmerzt! Natürlich liess mich das nicht kalt und ich habe viel darüber nachgedacht und habe auch mit diversen Menschen darüber gesprochen. Und ja, ich habe mich verändert. Sogar sehr, wenn man es genau betrachtet. Es ist aber nicht mein Charakter, der sich verändert hat, sondern wie ich die Dinge betrachte und darauf reagiere. Tief im Herzen bin ich immer noch das kleine Mädchen aus dem Dorf, das liebend gerne stundenlang mit Freundinnen quasselt und Blüemli pflückt, die Welt mit grossen Augen bewundert und gerade heraus lacht, wenn ihr etwas Blödes passiert. Aus dem Mädchen ist aber bereits vor einiger Zeit eine selbstbewusste Frau geworden, die genau weiss, was sie will und was eben nicht. Das hat nichts mit Egoismus oder Arroganz zu tun, sondern mit Selbstbestimmung. Und mit SELBSTLIEBE, die ich mir in den letzten Monaten hart erarbeitet habe. Damit meine ich, dass ich viel für mein eigenes Wohlbefinden gemacht habe (ich jogge tatsächlich immer noch - yes!) und für meine Wünsche und Träume kämpfe. Ich investiere viel Zeit und Geld in Dinge, die mich weiterbringen und das meine ich nicht nur karrieretechnisch, sondern allgemein. Glück allein reicht leider häufig nicht aus, aber wie schon erwähnt darf Glück durchaus auch zugelassen werden. Man soll seine Ziele im Auge behalten und trotzdem darauf achten, dass man ein einigermassen entspanntes Leben führt. Schmaler Grat, aber machbar und durchaus spannend, wenn ihr mich fragt. Und absolut bereichernd. Ich finde mein Leben nicht so grossartig, weil ich Zuhause rumsitze und mich frage, wann wieder mal etwas Spannendes passiert. Sondern weil ich unterwegs bin, unsere wunderbare Welt weiterhin mit grossen Augen bewundere und meine Erfahrungen mit Freunden und Freundinnen austausche. Das nenne ich Horizonterweiterung, was unglaublich wertvoll ist. Und ich lache weiterhin aus vollem Herzen, wenn mich jemand zum Lachen bringt oder ich Mal wieder über mich selbst schmunzeln muss. Und ich geniesse das Hier und Jetzt, also bewusst die schönen Momente, was wohl das grösste Glück auf Erden ist. Denn egal wann und wo, wenn wir die Glücksmomente bewusst wahrnehmen und direkt in unser Herz aufnehmen, dann lassen wir zu, dass das Leben uns liebt. Und wenn wir dazu noch zufrieden mit uns selbst sind, dann kann ich euch garantieren, dass auch schlechte Tage zu guten werden. Also, lasst uns das pure Leben geniessen und naiv bleiben. Es gibt nichts zu bereuen, denn es war eine bereichernde Erfahrung und wir waren in diesem Moment glücklich ;) In der Zwischenzeit habe ich meine gemütliche Lounge verlassen und bin zu einem meiner Lieblingsplätze gelaufen – einem ruhigen Weiher im Wald. Und ob ihr’s glaubt oder nicht, aber jetzt scheint mir tatsächlich die Sonne ins Gesicht und ich nehme das als Zeichen, diesen Blog zu beenden. Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben, aber das tue ich euch nicht an, sondern spreche mit einigen von euch gerne persönlich über diese Themen. Wer mich kennt weiss, dass ich immer für eine tiefgründige Diskussion zu haben bin – egal ob mit oder ohne Aperol und auch nicht zwingend auf meiner Lounge. Macht’s gut ihr Lieben und lasst die Sonne in eure Herzen!

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Die 7 Corona-Single-Phasen

Es ist heiter bis wolkig, zuweilen gar stürmisch und gewittrig. Ich sitze auf dem Balkon und schaue staunend dem Treiben des Wetters zu. Faszinierend! Hätte mir vor zwei Monaten jemand gesagt, dass ich an einem Samstagabend allein auf dem Balkon sitzen und dem Wetter zuschauen würde, vor mir ein Glas Aperol Spritz und als Gesellschaft eine Kerze, hätte ich gelacht und gesagt „Aber ich doch nicht!“ Und dann kam Corona… Als ich vor ziemlich genau einem Jahr abrupt aus meiner Seifenblase katapultiert wurde und mich plötzlich als Single wiederfand, ahnte ich noch nicht, was das folgende Jahr für mich bereithalten sollte. Ihr fragt euch jetzt sicher, was das mit Corona zu tun hat, denn das war damals ja glücklicherweise noch völlig unbekannt. Nun ja, die erste Corona-Phase als Single startete bereits damals: Phase 1: Ich will frei sein! Wird man nach vielen Jahren plötzlich verlassen, ja, dann muss man das zuerst verarbeiten und auch ein wenig trauern gehört dazu. Das ist völlig normal. Bei mir kam jedoch sehr schnell das Gefühl von „und ich will jetzt auf keinen Fall sofort wieder einen Freund“, was einige in meinem Umfeld wohl irritiert hat. Das Gefühl, sich völlig auf sich konzentrieren zu können, sich nicht rechtfertigen zu müssen und tun und lassen zu können, auf was man Lust hat oder eben nicht, das gefällt mir bis heute. Es gibt Tage, da feiere ich das regelrecht und denke mir, wie herrlich diese Freiheit doch ist. In dieser Phase befand ich mich auch noch, als Corona anfangs März allmählich irgendwo in China – also weit weg – zum Thema wurde. Mit Freunden ging ich feiern, flirtete nach Lust und Laune und hatte das eine oder andere Date. Dies jedoch ohne zu wissen, was ich zu dieser Zeit genau wollte. Um ehrlich zu sein, das wusste ich gar nicht, aber genau das bescherte mir eine gewisse Unbekümmertheit. Ganz nach dem Motto „alles kann, nichts muss“ genoss ich mein Single-Dasein. Phase 2: Verpasste Chancen Von einem Tag auf den anderen, jedenfalls für mich als hoffnungslose Optimistin, war Corona da. Und zwar richtig! Läden wurden geschlossen, der ÖV stark eingeschränkt und meine geliebten Restaurants und Bars dicht gemacht. Hatte ich doch eben noch nächtelang durchgetanzt und meine neue Wohnung nur zum Schlafen besucht, hiess es plötzlich Zuhause bleiben. Bääm, Ende aus! Wer mich kennt, weiss, wie aktiv ich bin und dass ich einfach gerne unterwegs und unter Menschen bin. Dennoch konnte ich dem Ganzen viel Positives abgewinnen, da ich die Entschleunigung deutlich wahrnehmen konnte. Es war angenehm, wenn man plötzlich nicht jeden Abend Verpflichtungen hat, nicht wahr? Ist man viel Zuhause und allein, gerät man aber schon mal ins Grübeln. Diese Phase hatte ich um Ostern, als ich wirklich viele Stunden allein Zuhause verbracht habe. Plötzlich fragte ich mich, wieso ich dem netten Typen vom letzten Jahr denn eigentlich nie eine richtige Chance gegeben habe. Oder warum ich nach einem wirklich guten Date kein Interesse entwickle, obwohl er doch echt ein toller Kerl ist. Hmm…. Grübeleien gekoppelt mit Alleinsein, das wird gefährlich, das sag ich euch. Und so kam es, dass ich verpasste Chancen verzweifelt wiederaufleben lassen wollte. Ich sage nur so viel: Es gibt einen Grund, warum es damals nicht passte. Auch wenn es den heute vielleicht nicht mehr gibt, es sollte nicht sein. Und wenn sich jetzt jemand angesprochen fühlt, dann noch diese Bemerkung: Sorry, wenn ich eine Wunde wieder aufgekratzt habe. Aber nun ist ein Pflaster drauf und es kann heilen, vor allem bei mir. Phase 3: Tinder-Wahnsinn Ja, ich geb’s zu… Ich war auf Tinder. Mit Betonung auf war! Nennen wir es Horizonterweiterung ;) Einige meiner Freundinnen waren von Beginn an skeptisch als ich ihnen erzählte, dass ich an einem Samstagabend allein auf dem Sofa plötzlich ein Tinder-Profil erstellte. Ganz ehrlich, eigentlich finde ich Online-Dating ja selbst doof. Aber stellt euch vor, ihr hättet echt Lust zu daten oder seid einfach dankbar für eine Kommunikation mit dem anderen Geschlecht, dann landet man früher oder später einfach auf Tinder… Tatsächlich habe ich dank Tinder bereits vor Corona nette Typen kennengelernt und so sogar Dates klargemacht. Das war offensichtlich weniger erfolgreich, aber das ist eine andere Geschichte. Dating-Apps sind auf den ersten Blick vielversprechend, weil man ziemlich unkompliziert mit potenziellen Dates in Kontakt treten kann. Etwas hin- und herschreiben und wenn’s passt, dann verabredet man sich. Eigentlich. Denn zu Zeiten von Corona ist das nicht so einfach, gell. Schreibt man sich wochenlang ständig Nachrichten, dann wird der Wunsch sich persönlich kennen zu lernen natürlich immer grösser. Und so liess ich mich auf ein Date auf Distanz ein und zwar zum Ping Pong Spielen. Nicht lachen, ich fand das eine großartige Idee und wir hatten so immer genügend Abstand. Den wollte ich ehrlich gesagt jedoch auch, Corona hin oder her. Ihr merkt, es blieb bei diesem einen Date… Phase 4: Mach mal Pause… Meine anderen Tinder-Erfahrungen lasse ich hier mal aussen vor, das würde den Rahmen definitiv sprengen. Nur so viel: Wer sucht, der findet auf Tinder! Egal was… Da ich aber gar nicht wusste, was ich genau suchte, wurde ich auch nicht fündig. Und da es ziemlich anstrengend sein kann, mit mehreren Typen gleichzeitig zu schreiben – und ja, das passiert bei Dating-Apps ziemlich schnell -. löschte ich meinen Account wieder. Meine Güte, Dating kann so ermüdend sein! In dieser Phase beschloss ich, wieder mal durchzuatmen und eine Pause einzulegen. Einfach mal „d Seel ä chli la bambälä la“. Die nun plötzlich freie Zeit füllte ich mit sogenannten Corona-Hobbies. Ich bin sicher, dass ihr alle solche habt, gebt es zu! Was mir bereits vor Corona viel Freude bereitete, ist das Spazieren. Aktuell laufe ich stundenlang durchs Wauwilermoos und geniesse die schöne Landschaft und vor allem die Ruhe – jedenfalls an nicht ganz so prächtigen Tagen, ansonsten ist das Moos masslos überlaufen. Auf dem Beobachtungsturm entdecke ich immer wieder viele Tiere und kann wunderbar abschalten. Und seit einigen Wochen gehe ich – tadaaaa – joggen! Ja, ich kann es selbst noch kaum fassen, ich gehe tatsächlich zweimal die Woche mit dem Bike zum Vita Parcours und renne dann freiwillig durch den Wald. Ich sag ja, Corona hat auch Gutes! Phase 5: Einsamkeit Wie bereits erwähnt sind Dating-Apps nicht zielführend, aber persönlich jemanden kennenzulernen ist grad ziemlich schwierig. Doofe Situation für alle Singles, klar. Auch ich fühle mich aktuell oft einsam und frage mich, wie es wäre, jetzt einen Partner zu haben. Die Vorstellung, nicht allein stundenlang Netflix zu suchten oder nicht allein ziellos durch die Gegend zu laufen, ist schon schön. Oder endlich nicht mehr allein zu essen, denn das finde ich nach wie vor etwas vom Unangenehmsten überhaupt. Und trotzdem, die Vorteile des Single-Seins habe ich zu Beginn erläutert. Ich glaube, dass sich aktuell viele Menschen einsam fühlen, egal ob alleinstehend oder nicht. Corona hat unser Leben komplett über den Haufen geworfen und wird uns wohl noch einige Zeit einschränken. Nichts desto trotz oder gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns einige Dinge bewusstwerden: Wir sind alles Individuen und reagieren anders auf solche Umstände. Ich selbst ertappe mich immer wieder dabei, wie ich die Ruhe abends Zuhause absolut geniesse und einige Stunden später fühle ich mich wieder völlig allein. Diese Achterbahn der Gefühle ist echt anstrengend. Dies erlebt man aber wohl auch, wenn man aktuell in einer Beziehung ist, denn auch das ist eine Herausforderung. Einsam fühlen kann man sich auch zu zweit, nicht wahr? Wichtig ist doch, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und das beste aus der Situation machen. Und dabei uns selbst bleiben. Denn nur wir kennen unsere Wünsche und können sie erfüllen, niemand sonst. Phase 6: Nicht suchen, sondern finden. Und zwar sich selbst. „Wenn du verzweifelt suchst, dann schreckt das Typen ab und du findest nie den Richtigen“. Den Spruch, welchen ich jahrelang Freundinnen von mir gepredigt habe, kann ich nun aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Verzweiflung sieht man jemanden an und das ist weiss Gott nicht anziehend. Den Wunsch, jemanden zu finden, kann man jedoch nicht so einfach unterdrücken. Verzwickte Situation, hmm? Ein Rezept gibt es wohl nicht, aber einen ernst gemeinten Ratschlag: Sucht nicht, findet. Und zwar zu euch selbst. Das Zauberwort heisst Selbstliebe und ist das Wichtigste überhaupt. Wie soll euch jemand lieben, wenn ihr euch selbst nicht mögt? Ich weiss, an manchen Tagen mag man sich einfach nicht und das ist auch völlig in Ordnung. Die Hose passt nicht so recht, es macht sich ein Pickel bemerkbar und die Kollegin erwähnt die Augenringe – Autsch. Wichtig ist, dass wieder andere Tage kommen, an denen man durch die Welt geht und denkt „Hey, ich bin ein toller Mensch und heute ist ein wunderbarer Tag!“. Glaubt mir, das gelingt mir auch nicht immer. Aber seit Corona habe ich wieder etwas mehr Zeit mich damit auseinanderzusetzen und aktiv etwas dafür zu tun, dass ich mich wohl fühle in meiner Haut. Sport ist sicher wichtig, ich meine aber eher die innere Ruhe und Zufriedenheit. Seine Gedanken gehen zu lassen und zu akzeptieren, dass nicht alles immer funktionieren muss zum Beispiel. Oder sich an den kleinen Dingen freuen, die das Herz erwärmen. Und mit sich selbst im Reinen sein. Wenn wir das sind, dann findet uns das Glück, und zwar dann, wenn wir es am wenigsten erwarten. Phase 7: Dankbarkeit Ich sitze gemütlich auf meiner Lounge auf dem Balkon, sehe immer noch dem Gewitter zu und schreibe nebenbei diesen Blog. Obwohl ich mich vor wenigen Stunden noch einsam gefühlt habe, weil dieses Wochenende alle schon etwas los zu haben scheinen und ich mir dachte, dass ich mir echt eine Single-Kollegin suchen sollte, sitze ich nun entspannt hier. Und ich fühle mich wohl. Ich fühle mich wohl, weil ich heute trotz anstrengender Online-Weiterbildung und dadurch entstandener Müdigkeit noch joggen war. Und mir danach ein superleckeres Abendessen auf dem Grill zubereitet habe. Und weil ich sogar noch eine Stunde spazieren war und dabei den herzigen Bibeli der Kiebitze zuschauen konnte, wie sie etwas tollpatschig umherliefen. Und ich fühle mich wohl, weil ich jetzt hier sitze, so ganz allein, und weiss, dass alles gut wird. Und jetzt rede ich nicht von Corona, sondern von meiner Zukunft. Unserer Zukunft. Sind wir doch einfach dankbar für alles, was wir haben und dass es uns gut geht! Tragen wir diese Dankbarkeit in die Welt hinaus. Und wer weiss, vielleicht lerne ich meinen Traummann (Klammerbemerkung: Wenn er das überhaupt sein muss!) ja tatsächlich auf dem Turm kennen, auf den ich seit Corona nun regelmässig gehe. Oder beim Joggen im Vita Parcours. Egal wo, es wird passieren. Aber ganz bestimmt nicht, wenn ich auf meiner Lounge sitzen bleibe und dem Wetter zuschaue. Sondern wenn ich in die Welt hinausgehe, mit mir im Reinen bin und das auch ausstrahle. Danke Corona! PS: Wer das alles gelesen hat, darf sich auf einen Aperol Spritz freuen. Bei mir Zuhause auf der Lounge natürlich ;)

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