Nord- und Südamerika
4. bis 6. März 2022 – Isla Mujeres und Fazit Irgendwann bringt mich diese Klimaanlage im Bus noch um, das ist echt übel! Trotz Badetuch und Pulli war mir ständig kalt. Mir, die normalerweise nie friert. Brr! Dank Musik und meinem Buch hab ich die Fahrt nach Cancun überstanden und bin ehrlich gesagt froh, dass es die letzte längere Strecke war. Nachdem ich endlich einen funktionierenden Bancomat gefunden hatte (das Geld lief mir auf Holbox buchstäblich durch die Finger und die meisten Automaten funktionieren hier nicht…), nahm ich die Fähre zur Isla Mujeres. Mein Hostel befindet sich nicht in der Nähe der Anlagestelle, weshalb ich mir ausnahmsweise ein Taxi gegönnt habe. Müde vom Transfer checke ich nun im Nomads ein und verdufte dann möglichst bald an den Strand zum Regenerieren ;) In der Zwischenzeit ist einiges passiert, denn während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich bereits auf meinem Balkon in Luzern und geniesse die warmen Sonnenstrahlen – dieses Mal in einem Wollpulli statt im Bikini, aber schön ist es allemal! Ich bin gestern Abend von Cancun aus nach Hause geflogen und wurde mit der Zeitverschiebung von plus 6 Stunden heute Mittag am Flughafen erwartet. Schön, so nach Hause zu kommen! Der zehnstündige Flug war wie immer nicht mein Highlight, da ich die Sitze echt unbequem finde und die Kompressionsstrümpfe noch viel unbequemer. Aber Jammern bringt ja nix, das gehört zum Reisen dazu. Während des Fluges hatte ich wiederum gute Gespräche mit meinem Sitznachbarn und auch schon gestern hab ich mit Roberta, einer italienischen Fotografin, welche bald versuchen wird in die Ukraine zu gelangen, eine weitere spannende Persönlichkeit kennengelernt. Ich liebe solche Begegnungen und nehme aus den teilweise echt tiefgründigen Gesprächen – besonders über andere Mentalitäten und Weltanschauungen – immer viel für mich mit. Oder anders gesagt: Ich wachse daran. Auch das ist einer der Gründe, warum das Reisen zu meinen Leidenschaften gehört und immer gehören wird. Nun noch zur Isla Mujeres, eines meiner schönsten Erlebnisse während der letzten zwei Wochen. Die Insel ist grösser als Holbox und die Hotels und Restaurants verteilen sich dadurch besser. Das Hostel Nomads, welches ich bereits aus Neuseeland kenne und mir wärmstens empfohlen wurde, ist etwas abgelegen zu finden. Ich übernachtete in einem Achterschlag und lernte so zwei weitere Deutsche Mädels kennen, mit denen ich abends an der Bar Cocktails schlürfte. Das Nomads besticht vor allem durch seinen eigenen Beach Club und die kreative Gestaltung der gesamten Anlage. Die Zimmer sind modern und super praktisch eingerichtet, das habe ich in Hostels bis jetzt selten erlebt. Der Strand ist mit vielen Liegen und Hängematten ausgestattet und man ist dank Palmen vor der brennenden Nachmittagssonne geschützt. Es läuft angenehm laute Musik im Hintergrund und die Mitarbeitenden sind alle sehr nett. Ein absoluter Wohlfühlort und ich wäre gerne noch länger geblieben! Auch hier ist der Strand nicht wirklich schwimmtauglich, was an den Algen und der nicht vorhandenen Wassertiefe liegt. Dafür hat es einen eigenen Steg, von wo aus man eine tolle Sicht auf den Strandabschnitt sowie Cancun hat und es sich herrlich lesen lässt. Immer wieder watscheln die zwei Enten mit ihren drei härzigen Jungtieren zwischen den Liegenden hindurch, der Hund döst derweilen im Schatten. Es gibt leckeres (und sehr scharfes!) Essen sowie diverse angebotene Aktivitäten. Da ich nur eine Nacht dort verbrachte, konnte ich davon nicht wirklich Gebrauch machen. Als ich jedoch hörte, dass der Sonnenaufgang hier besonders schön sein soll, machte ich mich frühmorgens auf den Weg zur Punta Sul, dem südlichsten Punkt der Insel. Leider verlief ich mich unterwegs und verpasste den Moment der ersten Sonnenstrahlen, dafür zeigte sich danach ein wunderschönes Schauspiel über dem Meer. Wie immer an solch exponierten Orten hat es stark gewindet, was mich in solch magischen Momenten jedoch nie stört. Zufrieden lief ich zurück ins Hotel und verbrachte die restlichen Stunden plappernd, lesend und dösend mit Roberta am Strand. Zum Abschluss dieses Mexiko-Blogs versuche ich ein Fazit zu ziehen. Was mir am besten gefallen hat? Schwierig! Unterkunftsmässig sicher das Nomads auf der Isla Mujeres, da hatten die teilweise dreckigen und gefühlt nicht sicheren Hotels keine Chance dagegen. Den schönsten Strand besuchte ich in Tulum und dort befinden sich auch die eindrucksvollen Ruinen. Die im Dschungel gelegene Stätte Ek Balam hat auch ihren Zauber, da man fast alleine umherlaufen und sich alles in Ruhe anschauen kann. Die schönste Stadt fand ich Valladolid mit ihren farbigen Häusern, der eindrucksvollen Kathedrale und den verhältnismässig wenigen Touristen ;) Bacalar mit seiner Lagune hatte am meisten Charme und dort konnte ich am besten entspannen. Auf der Insel Holbox war es mir zu laut, dafür fand ich die Stimmung inmitten der hippen Restaurants und Läden cool. Und Playa del Carmen behalte ich vor allem wegen des Tauchkurses in Erinnerung, denn darauf bin ich stolz. Last but not least war der eindrücklichste Ausflug der nach Rio Lagartos. Die vielseitige Tierwelt (Delfine, Schlangen, Krokodile und auch Vögel, aber besonders hervorzuheben: Flamingos) zu beobachten, ein Schlammpeeling zu kriegen und den pinken See zu bestaunen, das hat mit wahnsinnig gut gefallen. Und wie immer bin ich wie schon während der Reise sehr dankbar für die eindrucksvollen Erlebnisse, die bereichernden Menschen und die wertvollen Erfahrungen. Und dass ich (wieder) gesund und munter nach Hause kommen durfte, wo weitere kleinere und grössere Abenteuer auf mich warten. Was ich ganz besonders mitnehme und mir verinnerlicht habe ist folgendes Zitat: „Wer weiss wie er sein Leben gestalten muss, um glücklich zu sein, muss nur noch den Mut finden, es auch zu leben.“ John Irving Gracias México y hasta luego!
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