THAILAND, KAMBODSCHA & VIETNAM

THAILAND, KAMBODSCHA & VIETNAM

Reisezeitraum: 20. und 21. Dezember 2019 – 11. und 12. Januar 2020

Ein Blick zurück 10 Wochen reisen… 5 Länder besuchen. Tolle Menschen kennenlernen. Wunderschöne Orte entdecken. Unbekanntes Essen probieren. Wenig Schlaf bekommen. Mich besser kennenlernen. Und die beste Zeit meines Lebens haben. Ja, das kommt mir als erstes in den Sinn, wenn ich an die letzten 10 Wochen denke. Ich verzichte an dieser Stelle jetzt auf eine Zusammenfassung, das ist aus meiner Sicht nicht mehr nötig (wer mag, kann gerne die Blogs nachlesen). Wichtiger scheint es mir zu überlegen, was ich aus den letzten 10 Wochen mitgenommen habe. Darüber habe ich lange nachgedacht und zwar deshalb, weil mir dabei Vieles in den Sinn kommt. Ich würde es auch als „Reise zu mir selbst“ zusammenfassen. Bereits im Voraus war mir klar, dass diese Reise mich prägen würde. Warum? Nun ja, alleine zu reisen ist ein Abenteuer. Und zwar nicht nur, weil man viel Zeit alleine verbringt. So viel übrigens gar nicht, ich hab ja ständig Menschen kennengelernt. Für mich war es jedoch eine Herausforderung, plötzlich alles alleine zu entscheiden und mich selbst ins Zentrum zu hieven. Was für einige von euch vielleicht absolut einfach klingen mag, war für mich anfangs schwer. Ich bin ein Mensch, dem das Wohl anderer sehr wichtig ist und deshalb stelle ich meine Bedürfnisse oftmals hinten an. Hat sich das nun geändert? Jein. Natürlich liegt mir das Wohlbefinden meiner Mitmenschen immer noch am Herzen, aber ich habe während meiner Reise erfahren, wie toll es ist, wenn ICH auch Mal zuerst komme. Das werde ich definitiv weiterhin versuchen, denn es tut mir unglaublich gut. Als ich mich mal alleine fühlte, sagte jemand zu mir „the world is your oyster and you don’t need anybody but yourself“. Zuerst habe ich widersprochen und gesagt, dass ich meine Eindrücke aber gerne mit jemanden teilen würde. Er meinte dann, dass ich das ja mache und zwar mit allen Menschen, die ich unterwegs kennenlerne. Und alles was ich alleine erlebe, gehöre auch nur mir und das sei ein Geschenk. Und da hat er absolut recht! Ich habe unzählige Momente erlebt, bei denen es mir wohlig warm ums Herz wurde und die ich nie vergessen werde. Und vielleicht habe ich sie gerade wegen des Alleineseins noch intensiver empfunden. Und natürlich werde ich die lustigen Momente, interessanten Gespräche, durchtanzten Nächte und vor-lauter-Kichern-fast-aus-dem-Bett-fallen nie vergessen. Gerade weil ich alleine unterwegs war, habe ich unglaublich viele Menschen kennengelernt. Einige haben sich direkt einen Platz in meinem Herzen erobert und ich freue mich sehr, dass wir noch Kontakt haben und uns in Zukunft vielleicht sogar besuchen. Oder sogar schon Daten festgelegt haben. Bayern, ich komme :) Die Kombination aus diesen Erfahrungen und all den wunderbaren Orten, die ich in dieser Zeit sehen durfte, haben meine Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Reise machen konnte. Ich weiss bereits jetzt, dass ich nicht zum letzten Mal unterwegs war, aber zuerst sollte ich ja wieder etwas Geld verdienen, nicht wahr? ;) Die Erinnerungen werden mich dabei begleiten und auch jetzt haben sie mir ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert. Fazit: Alleine zu reisen bringt ganz neue und wertvolle Erfahrungen mit sich. Unterwegs dann Menschen kennenzulernen, bereichert jede Reise sehr. Wichtig ist, dass man auf sein Herz hört und das macht, was in diesem Moment als richtig erscheint. Geniessen wir den Augenblick, egal ob alleine oder gemeinsam. Hauptsache geniessen!

20. und 21. Dezember 2019

„Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.“ Dieses Sprichtwort beschreibt meine bisherigen Erfahrungen ganz gut. Auch heute wurde mir wieder einmal bewusst, wie unglaublich viel es auf dieser
Welt zu entdecken gibt und wie dankbar ich bin, dass ich diese Möglichkeit überhaupt habe. Ich lasse euch gerne an meinen Erlebnissen in Bangkok teilhaben:

Nach dem rund 9 stündigen Flug von Sydney nach Bangkok traf mich erstmals der Schlag, als ich aus dem Flugzeug stieg. Obwohl ich vorgewarnt wurde, trafen mich die Hitze und die Luftfeuchtigkeit
mit voller Wucht. Welcome to Asia! Bereits am Flughafen stellte ich fest, dass man hier mit Englisch nicht unbedingt weit kommt… So lief ich mit meinen nicht gerade leichten Rucksäcken durch den
Flughafen, bis ich endlich mein Visa erhielt und meinen Fahrer fand. Völlig erschöpft kam ich im Nouvo City Hotel an. Wegen der Zeitverschiebung musste ich mich noch etwas auf den Beinen halten
und so lief ich umher, bevor ich ein kühles Bier und Street Food (Spiessli, mmmmh!) probierte. Auch abends ist es hier noch sehr warm und man schwitzt sogar beim Schlafen…

Heute durfte ich etwas ganz Besonderes erleben. Mein Cousin André hat mir einen Guide gebucht – 10 Stunden nur für mich! Herzlichen Dank nochmals, wirklich ein geniales Geschenk! Als mich Yui
fragte, was ich heute sehen möchte, war meine Antwort simpel „den schönsten Tempel der Stadt und das wahre Bangkok, wie es die Einheimischen kennen“. Also liefen wir zuerst zum Wat Arun (Tempel
der Morgenröte), unterwegs zeigte Yui mir einen Markt für Einheimische und wie diese oberhalb der Markstände leben. Die Kleider werden irgendwo zum Trocknen drübergelegt, die Habseligkeiten
stapeln sich kreuz und quer und Toiletten findet man meistens in irgendeinem völlig heruntergekommenen Container, welcher von der halben Markthalle und deren Bewohnern benutzt wird. Viele Händler
sind Burmesen, also aus Myanmar (ehemals Burma) stammende Gastarbeiter. Umso beeindruckter war ich, wie unglaublich freundlich diese Menschen sind und einem anlächeln, auch wenn sie einem nicht
verstehen können.

In Bangkok gibt es über 400 Tempel – absoluter Wahnsinn, dachte ich mir dazu – Wat Arun ist aber absolut sehenswert! Auch Wat Pho, in welchem man die liegende Buddha-Statue bestaunen kann, gefiel
mir sehr. Den Königstempel und -palast besuche ich dann noch, keine Angst ;) Hier hat es an jeder Ecke ein Denkmal oder Fotos für den König, die Königsfamilie geniesst in Thailand ein unglaublich
hohes Ansehen. Mit dem Sammeltaxi, sprich quasi hinten auf der Ladefläche, fuhren wir rund eine Stunde Richtung Westen. Yui wollte mir einen Floating Markt (Wassermarkt) zeigen, der bei
Einheimischen sehr beliebt ist. Tatsächlich sah ich nur wenige andere Touristen dort. Yui sagte mir schon, dass ich mit meiner weissen Haut und den blonden Haaren als Schönheit gelte (aha…) und
wir wohl oft angesprochen werden würden, obwohl man hier natürlich schon auch Touristen gesehen habe. Nun ja, ich wurde dann auch tatsächlich ständig beobachtet, angesprochen oder musste gar ein
Interview inklusive Video geben. Ich fand das persönlich ziemlich witzig, irgendwie ist es ja auch süss, nicht?

Auf dem Wat Saphan Floating Market werden hauptsächlich Lebensmittel verkauft. Läuft man durch die riesigen Markthallen, so sieht man überall frische Früchte und Gemüse, Meeresfrüchte in allen
möglichen Variationen, schön zubereitete Thai-Gerichte, allerlei Süssspeisen oder farbenfrohe Gewürze. Der Geschmack ist auch dementsprechend, machmal war meine Nase etwas überfordert ;) Einige
Frauen verkauften ihre Waren auch direkt auf kleinen Booten oder bereiteten darauf wunderschöne Blumengestecke als Opfergaben zu. Ich probierte frische Mango, frittierte Bananen, Süsskartoffeln,
Frühlingsrollen und Khanom khai hong (frittierte Bällchen aus Klebereismehl – lecker!). Da es extrem heiss ist, trank ich viel Wasser und Grüntee, welcher hier häufig mit Milch zubereitet wird.
Nachdem wir lange durch die vielen Stände gelaufen waren, wollte ich die Gegend auch noch vom Wasser aus erkundigen. Also setzten wir uns in eines der vielen Boote und fuhren rund eineinhalb
Stunden durch die Kanäle. Von hier aus sieht man auch die vielen Häuser, welche häufig auf Stelzen stehen (früher Holz, heute Betonpfeiler) und immer ein San Phra Phum besitzen. Das bedeutet
Geisterhäuschen und wird bei jedem Grundstück errichtet, um die Geister der ehemaligen Bewohner zu beschwichtigen. Schreine sieht man hier sowieso ÜBERALL, häufig liebevoll gestaltet und immer
mit Opfergaben wie Blumen, Getränke oder Essen.

Ich entdeckte auch weniger schöne Sachen, wie z. B. einen Waran, der gerade einen toten Hund verspeiste, den man offensichtlich in eine Plastiktüte gesteckt hatte. Gruselig! Auch sonst sieht man
hier sehr viel Abfall, vor allem im Wasser… Yui erkärte mir, dass viele Einheimische noch immer praktisch alles im Fluss entsorgen und der Abfall in ganz Thailand ein Problem darstelle. Das
Zentrum selbst empfinde ich nicht als extrem dreckig, sobald man jedoch durch eine Seitenstrasse läuft, sieht das ganz anders aus. Hier stapeln sich die leeren Plastikflaschen, alte Autoteile
oder allerlei Abfall.

Wieder zurück im Zentrum wollte ich Bangkok unbedingt noch von oben sehen und Yui zeigte mir eine Rooftop Bar. Im River View genossen wir die herrliche Aussicht und ein leckeres Abendessen.
Nachdem sich Yui verabschiedet hatte, blieb ich noch etwas sitzen und liess die Aussicht bei einem typischen Thai-Bier (hab schon alle drei bekannten Marken Singha, Leo und Chang probiert) auf
mich wirken. Danach lief ich durch Chinatown, welches mir Yui zuvor noch gezeigt hatte. Im Tuk Tuk fuhr ich rund 20 Minuten zurück zum Hotel, wo ich völlig erschöpft ankam. Was für ein Tag, was
für ein unglaublich verrücktes Bangkok! Ich gewöhne mich zwar langsam an die Hitze (heute 35 Grad, angegeben mit 40 gefühlten Grad), muss aber wirklich viel trinken und ab und zu eine Pause
einlegen. Die vielen für mich unbekannten Eindrücke muss ich auch zuerst verarbeiten, ich würde hier aber nicht von einem Kulturschock sprechen. Morgen mache ich mir einen richtigen Sonntag und
verbringe wohl die meiste Zeit am hoteleigenen Pool ;) Ich melde mich kurz vor Weihnachten nochmals, bevor ich meine Tour Richtung Kambodscha und Vietnam starte.

Fotos (38)

22. und 23. Dezember 2019

Da bin ich wieder! Immer noch etwas geflasht von all den Eindrücken hier… Gestern hab ich einige Stunden am Pool verbracht, anschliessend gönnte ich mir eine Fussmassage – herrlich! Als es gegen
Abend etwas kühler wurde (nur noch 33 Grad, haha!), lief ich Richtung Zentrum. An der Khaosang Strasse soll viel los sein, hiess es im Reiseführer. Das ist leicht untertrieben, hier brummt der
Bär! Ich wusste gar nicht, wo ich hinschauen soll… Zu den unzähligen Strassenhändlern, die hier ihre Waren verkaufen? Hier werden Spiesse oder Thai-Gerichte ganz frisch im Wok oder auf dem Grill
zubereitet. Wer es noch exotischer mag, kann sich grillierte Skorpione oder Spinnen kaufen. Das war mir dann doch zuviel des Guten, bäh! Ein Händler pries sogar ein grilliertes Krokodil an – am
Stück! Ist man auf der Suche nach Kleidung, wird man hier bestimmt fündig. Vom spottbilligen Massanzug (die sehen aber erstaunlich gut aus!) bis hin zu den typischen Touristenkleidern. Auch ich
kaufte mir die hier überall präsenten luftigen Hosen mit Elefanten drauf, bin ja schliesslich auch Touristin ;) Nebst Essen und Kleidung werden auch Dienstleistungen angeboten, vor allem
Massagen. Massage hier, Massage da, soweit das Auge reicht! Die vielen Restaurants und Bar bieten günstige Getränke und Essen an (eine Mahlzeit kostet umgerechnet ca. 6 Franken und ein Bier 3
Franken) und sind meist klimatisiert, was bei dieser Hitze sehr angenehm ist. Also setzte ich mich ebenfalls hin, schlürfte eine scharfe Rote-Thai-Curry-Gemüse-Suppe und trank ein kühles Bier.
Ich liebe es hier den Menschen zuzuschauen, egal ob einheimischen Thai oder Touristen. Die Händler versuchen sich gegenseitig Kundschaft wegzunehmen und die Touristen schauen sich die
Kuriositäten mit grossen Augen an. Besser als Fernsehen! Ich lernte dann auch wieder einige kennen, was ich immer noch etwas vom Tollsten am Reisen finde. Lustigerweise sind es nie Schweizer,
sondern immer Amerikaner, Engländer oder Deutsche. Aber das ist ja egal!

Natürlich kann man auch unzählige Souvenirs kaufen, einigen von euch bringe ich etwas mit nach Hause, wenn ihr Glück habt ;) Wirklich Platz hab ich ja wie schon erwähnt nicht mehr, aber irgendwie
bringe ich das schon noch in den Rucksack. Ich bin gestern insgesamt dreimal durch die beiden bekannten Strassen gelaufen, bis ich das Gefühl hatte, nun „alles“ gesehen zu haben. Mit dem Tuk Tuk
fuhr ich zurück zum Hotel. Langsam bin ich Profi und winke lachend ab, wenn die Fahrer versuchen mich abzuzocken ;)

Heute Morgen stand ich früh auf, da ich vor dem grossen Andrang beim The Grand Palace sein wollte. Denkste! Die Chinesen waren bereits in Scharen dort… Trotzdem hatte ich Glück, da ich den
königlichen Tempel und Palast doch einigermassen in Ruhe bestaunen konnte. Wie mehr Zeit verging, desto mehr wurde gedrängelt. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und sowieso viel zu heiss,
also lief ich zurück. Unterwegs gab es einen Iced Cappuccino und ein Blognose-Croissant (was es hier nicht alles gibt..?). Lustigerweise waren im Cafe nur Franzosen und Westschweizer, also konnte
ich mein Französisch wieder Mal gebrauchen. Ohje, zum Glück ist mein Englisch deutlich besser…

Wie ihr mir immer alle sagt, soll ich es mir hier so richtig gut gehen lassen. Das hatte ich mir heute gross auf die Fahne geschrieben und so gönnte ich mir zuerst eine Pedicure und dann eine
Ganzkörpermassage mit Thaiblüten. Ja, das könnte ich öfters machen, vor allem bei diesen Preisen hier (Pedicure mit Gellack für CHF 13, 60 min Massage für CHF 15). Nachdem ich noch etwas am Pool
relaxt habe, traf ich mich am Abend mit meiner Reisegruppe. Mit 12 Mitreisenden geht es morgen früh los nach Kambodscha. Der Transfer dauert bis zu 10 Stunden, je nachem wie lange wir an der
Grenze warten müssen. Unser Guido Daro hat uns schon vorgewarnt und einige Geschichten über Kambodscha erzählt. Nun ja, ich freue mich trotzdem, werde aber entsprechend vorsichtig sein und bin
froh, dass ich nicht mehr alleine reise. Mit Lisa, einer Australierin aus Melbourne, hab ich mich auf Anhieb verstanden. Mit ihr war ich Essen und jetzt teilen wir ein Zimmer. Auch die anderen
scheinen nett zu sein, jedoch bin ich die einzige Nicht-Englisch-Muttersprachlerin und ich bin erneut froh, dass mein Englisch sehr gut ist. So wie es aussieht, kann ich es in den nächsten 3
Wochen gar noch weiter verbessern, juhuuu!

So, da es morgen um 6.30 Uhr losgeht, muss ich nun schlafen. Ich weiss nicht, wie ich in Kambodscha zum Schreiben komme und wie gut das WiFi ist…
Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz schöne Festtage, geniesst die besinnliche Zeit im Kreise eurer Liebsten und lasst es euch gut gehen! Ich selbst werde wohl morgen und übermorgen unter einer
Palme Weihnachten feiern – find ich ehrlich gesagt eine tolle Vorstellung :)

Fotos (24)

24., 25. und 26. Dezember 2019

Sou sdey! Das heisst „Guten Tag“ in Khmer, der offiziellen Landessprache in Kambodscha. Unser Guide Daro hat uns bereits einige Wörter beigebracht, was von den Einheimischen sehr geschätzt wird.
Zur äusserst tragischen Geschichte Kambodschas werde ich euch in einigen Tagen berichten, zuerst will ich euch Kambodscha und Siem Reap etwas näher bringen. Aber beginnen wir gestern Morgen…

Als wir nach rund drei Stunden Fahrt an der Grenze von Thailand ankamen, mussten wir aussteigen und unsere Ausreisepapiere vorweisen. Anschliessend liefen wir durch sogenanntes „No Man’s Land“,
welches sich zwischen den beiden Ländern befindet. Dort sieht man viele Bettler (vor allem Kinder!), Casinos und unglaublich viel Müll. An der Grenze nach Kambodscha wurden mein Pass und ich
äusserst genau gemustert. Da ich mein Visum bei der Botschaft in Genf eingeholt hatte, war der Einlass dann aber kein Problem. Glücklicherweise kamen wir alle relativ unkompliziert über die
Grenze und konnten unsere Fahrt fortsetzen, das könnte auch deutlich länger dauern. Als wir in Siem Reap ankamen, war es bereits später Nachmittag. Nach einer kurzen Erfrischung im Pool und einem
Drink auf der Rooftop Bar liefen wir bei immer noch 33 Grad ins Stadtzentrum. Die Luftfeuchtigkeit beträgt hier bis zu 90%, ich schwitze noch mehr als in Thailand, aber das soll ja gesund sein
;)

Während den Busfahrten durch Kambodscha sehe ich, wie einfach die Menschen hier leben. Viele hausen in kleinen Hütten am Strassenrand, umgeben von Abfall und dreckigen Gewässern wie Teichen oder
Flüssen. Häufig rennen Hühner und wilde Hunde umher und die Kinder spielen direkt an der Strasse. In den Reisfeldern sieht man viele Bauern mit ihren Kühen oder diverse Vögel. Und es gibt viele
Insekten hier, wir sprayen uns ständig gegen Mücken ein. Das Durchschnittsalter liegt bei 26 Jahren (Schweiz 40). Die Arbeitslosigkeit in Kambodscha ist mit unter einem Prozent unglaublich tief,
was ich nicht erwartet habe. Sehr viele besitzen hier einen mobilen Stand und verkaufen allerlei Dinge wie Lebensmittel, Kleider, Souvenirs oder Plüschtiere. Wobei ich auch ehrlich sagen muss,
dass ich hier viele einfach rumsitzen, am Handy rumdrücken oder schlafen sehe ;) Auch Korruption ist immer noch allgegenwärtig. Für uns Touristen ist hier alles extrem günstiger, noch günstiger
als in Thailand. Und man muss definitiv immer handeln, sonst wird man absolut über den Tisch gezogen. Hier herrscht nun übrigens wieder Rechtsverkehr und ich muss mich umgewöhnen. Ampeln und
Fussgängerstreifen haben hier nicht wirklich eine Bedeutung und das Credo lautet “Augen zu und laufen”. Bis jetzt wurde ich jedenfalls noch nicht überfahren und hab auch alle Tuk Tuk-Fahrten
heillos überstanden ;) Die Einheimischen sind übrigens häufig am Handy oder haben ihre ganze Familie dabei, wenn sie mit dem Motorrad umherkurven.

Siem Reap ist eine absolute Touristenstadt. Die Strassen sind verhältnismässig sauber, alles ist hübsch dekoriert und in der „Pub Street“ ist abends und nachts die Hölle los – wie in Bangkok. Die
Stimmung ist ähnlich, jedoch ist die Armut hier noch etwas präsenter, weil man viele Kinder sieht. Diese versuchen Touristen allerlei zu verkaufen oder betteln. Es gibt unzählige Night Markets,
in denen man ständig angesprochen und beinahe in einen der Stände gerissen wird. Aber man gewöhnt sich daran und wenn man lachend abwinkt, erhält man häufig sogar ein Lächeln zurück. Mit der
gesamten Gruppe gingen wir in ein Restaurant, um traditionelles Khmer Essen auszuprobieren. Ich hatte eine Kürbis-Ingwer-Suppe mit Knoblauchbrot und ein Saraman Curry (ähnlich wie rotes Curry mit
Rindfleisch). Alles superlecker! Zum Dessert gab es Fried Ice Cream, also gebratene Glace. Gespannt sah ich zu, wie dieses hier bekannte Dessert zubereitet wird und es schmeckte auch wirklich
gut.

Nach einer erneut ziemlich schlaflosen Nacht fuhren wir nach Angkor Wat. Angkor Wat ist die bekannteste Tempelanlage in Kambodscha und wurde von
1113 bis 1150 durch rund 400‘000 Khmer erbaut. Es ist die grösste Tempelanlage der Welt und ich kann euch bestätigen, dass es wirklich eindrücklich ist! Für die Führung hatten wir mit Johny
Temple (der Name sagt alles… :) ) einen zusätzlichen Guide. Johny Temple und Daro überbieten sich gegenseitig mit
schlechten Sprüchen. Da die Sprüche sooo unglaublich schlecht sind und die beiden ein absolut witziges Lachen haben, kann man gar nicht anders, man muss ebenfalls schallend lachen. Herrlich, die
beiden! Nach Angkor Wat haben wir uns noch die beiden Tempel Ta Prohm (bekannt aus dem Film Tomb Raider) und Banteay Srei (Pink Temple) angeschaut, wobei jeder auf seine Weise besonders ist.
Heute Morgen klingelte der Wecker bereits um 4 Uhr und wir fuhren wieder nach Angkor Wat, um den Sonnenaufgang zu sehen. Obwohl das Areal bereits völlig überlaufen war, hat es sich gelohnt. Die
Stimmung ist toll! Danach fuhren wir noch zur Tonle Om Gate (Brücke) und zum Bayon Temple, welcher aus 54 Türmen besteht und 216 Buddha Gesichter hat. Dieser hat mir persönlich am allerbesten
gefallen, aber schaut euch die Fotos selbst an…

Obwohl ich immer noch jeden Tag geniesse, merke ich nun, wie ich zwischendurch etwas überfordert bin mit allen Eindrücken und Erfahrungen, die ich in den letzten rund sieben Wochen gesammelt
habe. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nichts mehr Neues aufnehmen kann, was sehr schade ist. Deshalb klinke ich mich immer wieder bewusst aus, gehe alleine essen, mache einen Spaziergang
oder gönne mir eine Massage. Etwas Karin-Zeit tut mir gut und lässt mich zur Ruhe kommen.

Fotos (41)

27. und 28. Dezember 2019

Was für erlebnisreiche Tage! Nach meiner kurzen Auszeit ging es vorgestern Abend in den Khmer Zirkus namens Phare. Dort treten keine Tiere auf, sondern nur Menschen. Aber welche, die es definitiv
im Griff haben! Es wurde eine traditionelle Geschichte eines jungen Mannes erzählt und dazu getanzt und viel Akrobatik geboten. Tolle Vorstellung!

In Kambodscha spielt sich das Leben auf der Strasse und vor dem Haus ab. Ich habe euch ja im letzen Blog beschrieben, wie das hier aussieht. Gestern besuchten wir Kompong Phluk Floating Village,
also ein Dorf, das in der Regenzeit komplett geflutet ist. Das Dorf befindet sich am grössten Süsswassersee Südostasiens, am Tonle Sap und ist Heimat von rund 8‘000 Menschen. Da momentan jedoch
Trockenzeit ist, befindet sich nur wenig Wasser im See sowie im Fluss und man kann die Häuser auf ihren hohen Stelzen bestaunen. Der Wasserspiegel kann sich bis zu 5 Meter verschieben,
unglaublich! Mit einem Boot fuhren wir während zwei Stunden den Fluss entlang und auf dem See, der auch bei Trockenzeit aussieht wie das Meer. Momentan pflanzen die Menschen hier z. B. Reis oder
Gemüse an, bei Überschwemmung wird fleissig gefischt, da es sich bei diesem Binnengewässer um eines der fischreichsten der Welt handelt. Heute leben die Einheimischen auch vom Tourismus und so
werden hier unter anderem sehr aussergewöhnliche und für mich fragwürdige Speisen wie Krokodil, Aal, Schlange, Schildkröte oder Wasserkatzen angeboten. Die Tiere werden auf einem treibenden
Restaurant gehalten, bis Touristen kommen, und deren Fleisch bestellen. Kein schöner Anblick…

An Land besuchten wir auch eine Schule, was mich persönlich natürlich sehr interessiert hat. Das Klassenzimmer schien mir sehr gut eingerichtet zu sein und viele Kinder können heutzutage die
Schule besuchen, was jedoch erst seit Kurzem so ist. Sobald die Schule aus ist, spielen die Kinder zusammen unter den Häusern Versteckis oder rennen umher. Mir scheint es, als ob die Menschen
hier einen sehr guten Zusammenhalt haben, was ich toll finde! Unser Guide fragte uns, ob wir wissen, wieso es hier so viele Kinder gibt. Die Antwort? Die meisten Leute haben noch keinen Fernseher
;)

Nach diesen beeindruckenden und auch etwas erdrückenden Erlebnissen gab es das beste Satay Chicken ever, schaut auf dem Foto. Mmmmmh! Anschliessend zeigte man uns, wie man hier sogenanntes Sticky
Rice (Klebereis) kocht – eine Delakatesse in Kambodscha und wirklich lecker. Wir probieren hier übrigens sehr viel lokales Essen und auch Früchte wie Lotusfrucht, Papaya, Drachenfrucht, Durian
oder Jackfrucht. So auch bei der einheimischen Familie, die wir gestern besuchten. Das Essen wurde frisch zubereitet und war super lecker! Das Übernachten in einem typischen Haus (wobei ich
zugeben muss, dass es deutlich sauberer war als wohl üblich…) war ein Erlebnis und die tragische Geschichte von Peng machte mich nachdenklich. Vor allem Themen wie die immer noch vorhandenen
Landminen in Kambodscha, die teilweise noch praktizierten Zwangsehen und die harschen Lebensbedingungen lassen mich grübeln. Wir können uns wirklich glücklich schätzen in Sicherheit und
Rechtsstaatlichkeit, mit guter Medizinversorgung, in einem sauberen Land und mit toller Bildung zu leben!

Nachdem wir uns heute Morgen von Peng und seiner Familie verabschiedet hatten, fuhren wir während 4.5 Stunden Richtung Phnom Penh, der heutigen Hauptstadt Kambodschas. Unterwegs stand eine
optionale Aktivität auf dem Programm, zu der ich mich erst kurzfristig überwinden konnte: Besuch eines Spider Markets! Auf diesem Markt werden allerlei Insekten angeboten, gekocht und lebendig.
Als „Ich-mag-keine-Spinnen-Person“ bin ich beinahe in Ohnmacht gefallen, als plötzlich ein kleines Mädchen mit einer riesigen Vogelspinne auf ihrer Hand neben mir stand und sie mir stolz
hinhielt. Als unser Guido Daro drei der Tarantulas auf sich legte, konnte ich kaum hinsehen. Einige von uns berührten die Tiere und probierten später frittierte Vogelspinne. Bäh, das ist dann
doch des Guten zuviel für mich! Man konnte auch Grillen, Skorpione, Frösche, Maden oder Eidechsen kosten und kaufen. Auch ohne Berühren und Essen bin ich stolz auf mich, dass ich dabei war und
mich meiner Angst gestellt habe. Hoffentlich schlafe ich heute Nacht gut… ;)

Als wir in Phnom Penh ankamen, überforderten mich die vielen Menschen und der Verkehr etwas. Mit Lisa lief ich durch die Stadt. Zurück nahmen wir ein Tuk Tuk, da wir lebend ankommen wollten… Hier
scheint der Strassenverkehr noch extremer zu sein als in Siem Reap oder Bangkok. Gegen Abend machten wir eine Cyclon Tour, bei dir wir von kompetenten und überaus furchtlosen Männern auf Rädern
durch die Stadt chauffiert wurden. Nun hatte ich plötzlich keine Angst mehr, obwohl wir teilweise halsbrecherisch überholt wurden oder unsere Gruppe kurzzeitig den ganzen Verkehr lahmzulegen
schien, als wir gemeinsam eine grosse Kreuzung überqueren wollten. Wir machten mehrmals Halt und konnten uns den Central Market, den Old Market sowie diverse Denkmäler und Plätze anschauen.
Absolut toller Ausflug! Nach einem leckeren westlichen Essen (Pizza Hawaii, mmmh) bin ich nun zurück im Hotel und verarbeite das Erlebte auch dank diesem Blog. Es werden noch deutlich extremere
Erlebnisse auf mich zukommen hier, denn morgen besuchen wir die Killing Fields und die Gedenkstätten der Ermordeten durch die Roten Khmer. Mehr dazu bald. Wünsche euch ein erholsames Wochenende
meine Lieben.

Fotos (39)

29. und 30. Dezember 2019

Kambodscha hat eine überaus tragische Geschichte, welche ich euch gerne etwas näherbringen möchte. Ich persönlich hatte keine Ahnung davon, bis ich mich mit meiner Reise auseinandergesetzt habe.
Und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso das bei uns nie ein Thema war in der Schule. Aber das scheint generell so zu sein, denn niemand von uns wusste wirklich Bescheid. Umso wichtiger ist
es für mich, euch eine Zusammenfassung zu geben (auch wenn ich mich damit politisch auf dünnem Eis bewege, das Risiko gehe ich ein).

Beginnen wir im Jahr 1975, also vor 44 Jahren. Damals kamen die Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot an die Macht, was für das ganze Land schreckliche Folgen haben sollte. Die Roten Khmer
wollten einen totalitären Staat und zwangen die Menschen zum Agrarkommunismus. Deshalb wurden praktisch alle Einheimischen aus den Städten vertrieben und mussten unter extremen Bedingungen
Zwangsarbeit leisten. Hunger sowie mangelnde Hygiene führten dazu, dass viele Menschen starben. Auf den Killing Fields wurden zudem Hunderttausende auf brutalste Weise gefoltert und hingerichtet.
Mich friert es jetzt noch, wenn ich an gestern zurückdenke. Auf den ersten Blick sehen die Killing Fields nach einem friedlichen Ort aus. Man sieht eine Ebene mit Bäumen, Hühner laufen umher und
die Sonne zeigt sich in ihrer vollen Pracht. Schaut man sich die Stupa genau an, ein art turmähnliches Gebäude, sieht man durch die Glasscheiben plötzlich die vielen Totenschädel. Im Inneren
stapeln sich die Schädel auf mehreren Metern und man kann sich bewusst nur langsam durch die engen Gänge bewegen. Unglaublich eindrücklich und emotional!

Läuft man über das Feld, entdeckt man ziemlich schnell Kleiderreste, welche vom Boden preisgegeben werden. Da nicht alle Massengräber ausgehoben wurden, sieht man überall Knochen und Zähne, wenn
man genau hinschaut. Man geht davon aus, dass hier rund 17‘000 Menschen umgebracht wurden. An einem Baum, bei dem vor allem Kinder umgebracht wurden, hängen heute viele Armbänder. Diese ehren die
Toten und erinnern an das Schreckliche.

In Phnom Penh befindet sich ein weiteres wichtiges Gebäude in diesem Zusammenhang. Für mich völlig unerwartet ist es inmitten der Stadt und wenn man den Innenhof betritt, denkt man, man sei in
einer alten Schule oder einem Krankenhaus. Tatsächlich war dieser Ort früher ein Gymnasium, danach jedoch das Gefängnis S-21. Der Ort ist heute das Tuol-Sleng-Genozid-Museum und zeigt auf
eindrückliche Weise, was hier während Jahren passiert ist. In den ehemaligen Zellen hängen Bilder der Ermordeten, als diese von den Vietnamesen gefunden wurden. Harte Kost! Ausserdem kann man
sich Fotografien der Inhaftierten anschauen sowie diverse Foltermethoden. Einige Bilder machten mich derart sprachlos, dass ich kurz nach draussen gehen und mich hinsetzen musste.

1979 griff Vietnam in das Geschehen ein und beendete die Machenschaften der Roten Khmer, jedenfalls offiziell. Pol Pot flüchtete in den Dschungel und lebte dort noch mehrere Jahre ohne jemals
verurteilt zu werden. Die Schätzungen zu den Todesopfern gehen weit auseinander. Man geht jedoch davon aus, dass von der damaligen Bevölkerung von rund 8 Millionen bis zu 3 Millionen durch
Hungersnot, Folter, Hygiene und Genozid starben. Was soll ich dazu noch sagen???

Nach diesem bewegenden Vormittag hatten wir am Nachmittag etwas Freizeit. Diese Zeit nutzte ich und sah mir mit Michelle (Neuseeland) und Dan
(England) den Königspalast an. Er ist nicht ganz so pompös wie derjenige in Thailand, aber gerade deshalb gefiel er mir so gut. Gegen Abend machten wir eine Bootstour auf dem Fluss und staunten
über den tollen Sonnenuntergang. Danach fuhren einige von uns mit dem Tuk Tuk zu einer Skybar, von wo aus wir einen tollen Blick über Phnom Penh hatten und leckere Cocktails tranken. Ich kriege
wohl nie genug davon, also von der Aussicht :)

Jetzt sitze ich im öffentlichen Bus und fahre die rund 240 Kilometer nach Ho-Chi-Minh-City (früher Saigon). Die Reise dauert rund 8 Stunden, weil die Strassen hier nicht besonders gut sind und
wir ja auch die Grenze nach Vietnam überqueren. Bevor wir das machen, möchte ich noch etwas zu Kambodscha sagen: Dieses Land hat mich überrascht. Trotz der tragischen Vergangenheit und den
harschen Bedingungen hier sind die Menschen unglaublich nett und aufgeschlossen. Man spürt zwar eine gewisse Vorsicht gegenüber Touristen, jedoch auch eine grosse Neugier. Die Kriminalitätsrate
ist sehr hoch und die Korruption allgegenwärtig. Als Tourist muss man ziemlich aufpassen, uns allen ist jedoch nie etwas passiert. Landschaftlich finde ich Kambodscha im Landesinneren nicht
besonders spannend (ausser die riesigen Reisfelder), die absolut eindrücklichen Tempelanlagen und die völlig verrückten Städte machen dies aber allemal wett! Das Khmer Essen ist superlecker und
für unsere Mägen problemlos verzehrbar, sofern man es im Restaurant bestellt (von Strassenküchen wird hier deutlich abgeraten!). Neben Luxushotels sieht man häufig Obdachlose, was für mich nicht
immer ganz einfach war. Vor allem bei kleinen Kindern zerreisst es mir beinahe das Herz. Trotz allem Leid spielen sie jedoch unbeschwert auf den dreckigen Strassen und schenken dir ein Lächeln,
wenn du sie ansiehst. Meine Helden! Obwohl Kambodscha immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt gehört bin ich überzeugt, dass dieses Land seinen Weg gehen wird und dank den grossartigen
Menschen eine hoffentlich gute Zukunft vor sich hat.

Nun freue ich mich auf Vietnam und bin gespannt, was dieses Land Tolles für mich bereithält…

Fotos (27)

31. Dezember 2019

und 1. Januar 2020

„Give wings to your dreams and let them come true in 2020.“ Meine Lieben, ich wünsche euch allen ein tolles neues Jahr und dass eure Wünsche in Erfüllung gehen!

In diesem Blog kann ich euch wieder Erfreuliches berichten. Vietnam hat mich komplett überfahren, in jeglicher Hinsicht. In Ho Chi Minh City angekommen merkte ich bald, dass es also tatsächlich
noch mehr Verkehrschaos gibt als in Kambodscha oder Thailand. Läck du mir, die vielen Motorräder hier! Auf fast 10 Millionen Einwohner kommen schätzungsweise 8 Millionen Mottorräder und Roller.
Wahnsinn! Auch hier gilt das Motto „Augen zu und durch resp. selbstbewusst laufen und dabei auf die heranrasenden Vehikel achten.“ Für das letzte Abendessen mit unserem Guide Daro gingen wir in
ein traditionelles Restaurant und ich hatte einen absolut genialen Mango-Rindfleisch-Salat. Später liess ich den langen Tag bei einem Glas Wein auf der Rooftop Bar ausklingen.

Nun war Stadterkundigung angesagt. Wir hatten den ganzen Tag frei und so schlenderte ich bei rund 35 Grad durch die Strassen der lebhaften Stadt. Den französischen Einfluss kann man hier nicht
übersehen, so z. B. bei der Kathedrale Notre Dame Saigon oder beim Hauptpostamt. Die Bücherstrasse ist ebenfalls ein Highlight. Damit ich Souvenirs kaufen kann, wollte ich nochmals ein Paket nach
Hause schicken. Das glich jedoch einer Odyssee, da ich zuerst wieder zurückfahren musste und die Taxifahrer hier teilweise kein Wort Englisch sprechen. Mit Händen und Füssen resp. dank dem
Smartphone klappte es schlussendlich. Wie immer musste ich alles deklarieren und es gab strenge Auflagen. Die Postbeamten sprachen glücklicherweise etwas Englisch und so hatte ich es nach rund
einer Stunde geschafft. Nun hoffe ich nur noch, dass mein Paket auch irgendwann Zuhause ankommt ;)

Da mein Magen nun doch etwas Mühe mit dem asiatischen Essen hat, ging ich in den guten alten McDonald’s. Eine Sünde, ich weiss! Danach ging ich shoppen, nun habe ich ja wieder Platz im Rucksack
;) Abends suchten wir zuerst lange vergeblich nach einem Restaurant, alles war komplett ausgebucht. Wir wollten eigentlich auf eine Rooftop Bar, aber die Eintrittspreise waren horrend! Nach dem
Abendessen wollten wir husch husch zurück ins Hotel, denkste! Als war aus dem Restaurant kamen, traf uns der Schlag. Oder sollte ich besser sagen das Verkehrschaos pur?! Innert einer Stunde
verwandelten sich die sonst schon überfüllten Strassen in eine Massenveranstaltung, bei der sich Moped an Moped und Körper an Körper drängte. Absoluter Wahnsinn! Hand in Hand liefen wir Slalom
und gelangen innert einer Stunde zurück (statt in 5 Minuten).

Darauf hatten wir uns definitiv einen Drink verdient ;) Wir sicherten uns gemütliche Plätze vor den Fenstern und füllten die Zeit bis Mitternacht mit Fotos und guten Gesprächen. Punkt 12 startete
das Feuerwerk, welches mich völlig verzauberte. Wirklich eindrücklich und schön, wenn man einen solchen Moment mit neuen Freunden geniessen kann. Lisa, welche am Morgen eigentlich ausgecheckt
hatte, erwischte etwas zu viel Vodka… Als sie nach Mitternacht zurück in ihr Hotel wollte, waren die Strassen immer noch dermassen verstopft, dass wir kein Taxi finden konnten. Ich versuchte rund
eine Stunde lang vergeblich eines zu erwischen, nicht mal das Hotel konnte uns helfen. Obwohl sie sehr stur war, konnten Viann und ich sie schliesslich überzeugen, dass sie einfach bei uns
übernachten soll. Wir wollten sie auf keinen Fall alleine nach Hause laufen lassen, da es sehr weit war und wir mehrmals gewarnt wurden, hier nachts nicht alleine rumzulaufen. Also landete sie in
meinem Bett und gegen morgen schliefen wir endlich alle ein. Was für eine Nacht! ;)

Heute Morgen fuhren wir mit dem Bus zum Mekong Delta. Mit dem Boot fuhren wir über den bräunlichen und sehr breiten Fluss. Wir probierten einheimische Früchte wie Drachenfrucht, Bananen, Rambutan
und Mandarinli. Danach besuchten wir eine Kokosnuss-Farm und lernten, wie man Kokosmilch oder Süssigkeiten herstellt. Probieren durften wir natürlich auch, mmmh! Mit einem uralten kleinen Boot
erkundigten wir die Nebenflüsse des Mekong. Die ganze Region gefällt mir sehr gut und mit den vielen Bananenbäumen und Palmen fühlt man sich wie in der Karibik. Zum Zmittag gab es
Elefantenohrfisch, Reis und wir konnten selbst Rollen mit Reisblättern und Reisnudeln zubereiten. Wieder zurück in Ho Chi Minh besuchte ich mit Michelle (aus Neuseeland, mein neues
Zimmergspändli) ein tolles Kaffee. Dort bestellten wir einen Royal Vietnamese Coffee. Der Kaffee kommt hier in einem Martiniglas und wird mit viel Eis zubereitet – lecker! Danach gingen wir in
ein vietnamesisches Lokal und ich probierte das erste Mal Banh Mi aus, eine knuspriches Baguette belegt mit Rindfleisch, Zitronengras und einer hausgemachten Sauce. Absolut köstlich, dies gehört
jetzt schon zu meinen Lieblingsspeisen in Vietnam! Die Nudelsuppen oder frittierten Bananenblätter sind jedoch auch nicht zu verachten ;)

Morgen fliegen wir nach Hoi An, wo es etwas kühler sein soll. Ich habe mich nun zwar an die Hitze und das Schwitzen gewöhnt, jedoch freue ich mich auch auf etwas humanere Temperaturen ;) Jetzt
geniesse ich nochmals die Aussicht von der Hotelterrasse und lasse den Tag ruhig ausklingen. Fazit: Definitiv kein schlechter Start ins neue Jahr und ein Silvester, das ich nie vergessen
werde.

Fotos (40)

2. und 3. Januar 2020

Nach einem verspäteten und turbulenten Flug – ich fühlte mich wirklich alles andere als wohl und dachte wirklich, dass es mich jetzt ins Bett haut – kamen wir in Hoi An an. Welch wunderschöner
Ort! Unser Hotel befindet sich etwas ausserhalb, ist (gerade deshalb?) sehr gepflegt, äusserst grosszügig und sehr gastfreundlich. Der grosse Pool lädt zum Schwimmen ein, obwohl es hier etwas
kühler ist. Nun ja, nur noch 28 Grad ;) Zwischendurch tröpfelt es sogar, was ich sehr angenehm finde und der häufig bewölkte Himmel lässt mich weniger Sonnencreme benutzen, wofür ich ebenfalls
dankbar bin.

In Hoi An findet man chinesische, französische sowie vietnamesische Architektur. In den vielen Gassen findet man unzählige Shops, welche vor allem Kleider, Lederwaren und Bambusprodukte
verkaufen. Mit unzählige meine ich Hunderte, soweit das Auge reicht… Man wird beinahe in die Läden gezogen, was manchmal etwas mühsam sein kann. Aber man gewöhnt sich daran, genau so wie an das
Verhandeln. Statt anfänglich 20‘000 Dong (entspricht nicht Mal CHF 1) zahlt man nach geschicktem Märten nur noch rund 7‘000. Da ich nun wieder etwas Platz im Rucksack habe, gönnte ich mir eine
neue Handtasche, eine Laterne und einige kleine Souvenirs. Ah ja, und Mitbringsel ;)

Hoi An ist aber vor allem wegen seinen Farben bekannt. Hier findet man farbenfrohe Häuser und in den Gassen kann man unzählige Laternen bestaunen. Die Laternen haben mich vom ersten Moment an
verzaubert. Man findet ganz verschiedene Ausführungen und nachts schaut es besonders toll aus. Trotz vielen Touristen ein wunderbarer Ort, ich fühle mich hier sehr wohl und könnte noch einige
Tage länger bleiben. Aber schaut selbst…

Ah ja, meine Angst vor Ratten und Ungeziefer schwindet von Tag zu Tag. Wisst ihr wieso? Ich sehe so viele davon, dass ich mich langsam daran gewöhne ;) Heute lief mir eine Ratte beinahe über die
Füsse, als ich mir in einem Laden Bambusschüsseln angeschaut habe. Nicht das schönste Erlebnis, aber was soll’s… Mein Magen bereitet mir momentan mehr Sorgen. Ich vermute langsam, dass ich den
Kaffee resp. die Milch hier nicht vertrage. Zuhause habe ich ja manchmal auch Beschwerden, aber hier ist es deutlich schlimmer und deshalb werde ich nun wohl oder übel keinen vietnamesischen
Kaffee mehr trinken – schade!

Ich ernähre mich hier vor allem von Mangosalat und Glasnudelgerichten, welche köstlich und leicht sind. Mittlerweile kann ich wunderbar mit den Chopsticks umgehen und muss nicht mehr beinahe an
Hungertod sterben ;) Und dank der optional gebuchten Tour heute konnte ich endlich wieder Mal auf’s Velo steigen. Während rund drei Stunden fuhren wir durch Hoi An, die umliegenden Reisfelder und
besuchten eine Insel. Zuerst konnten wir uns in einem alten Handwerk versuchen, dem Weben von Matten und Tischdecken. Dann wurde uns erklärt wie man Reiswein herstellt und wir konnten kosten.
60%-igen Reiswein trinken und danach wieder über holprige Strassen radeln, warum nicht? Oder die eingelegten Schlangen und anderen gruseligen Tiere in Einmachgläsern begutachten und dann hören,
dass daraus auch Reiswein und Medizin gemacht wird? Bäh! Der Ausflug war auf alle Fälle ein Erlebnis!

Nachmittags genoss ich Hoi An nochmals in vollen Zügen und spazierte durch die farbenfrohen Gassen. Morgen fahren wir weiter nördlich nach Hue, wo wir dann übermorgen den Nachtzug besteigen.
Obwohl ich mich sehr auf meine Familie, Freunde und auch auf die Arbeit freue, bin ich wieder entspannt und kann die Eindrücke besser verarbeiten. Ich fühle mich frei und glücklich – ein
herrliches Gefühl, ihr stimmt mir sicherlich zu. Das koste ich noch voll aus, bald ist mein Abenteuer vorbei….

Fotos (28)

4. und 5. Januar 2020

In rund vier Stunden fuhren wir mit dem Bus von Hoi An nach Hue. Dabei kamen wir wieder an Da Nang vorbei, einem heute beliebten Touristenort. Dort hätte ich auch gerne einen Zwischenstop
eingelegt… Auch die malerische Aussicht über den Pass und aufs Meer gefiel mir sehr. Bei einer Kaffeepause wurde uns erklärt, wie hier Austern gezüchtet und eingesammelt werden. Leider habe ich
nun eine Erkältung, wie fast alle von uns. Dank Tabletten geht es aber recht gut. Der ständige Wechsel zwischen Hitze und Klimaanlage ist sicherlich nicht förderlich, hier aber quasi
überlebensnotwendig. Obwohl es gegen Norden eher kühler wird, ist es immer noch sehr tropisch und schwitzig ;)

In Hue angekommen machten wir eine Tour durch Tomb of King Thieu Tri, also das Grabmal des dritten Kaisers der Nguyen-Dynastie. Man weiss bis heute nicht wo er genau begraben ist und will dies
auch so belassen. Einige Gebäude wurden im Krieg stark beschädigt und sehen deutlich älter aus, als sie sind. Später hatten wir glücklicherweise etwas Zeit zum Durchatmen und so schlenderte ich
mit Michelle durch die Strassen. Hue ist ebenfalls touristisch, aber deutlich weniger überlaufen als die anderen Städte. Als wir durch einen kleinen Markt liefen, boten uns die Einheimischen
allerlei Früchte zum Probieren an. Das Geflügel und Fleisch sah deutlich weniger appetitlich aus… Zwischen den Ständen liefen immer wieder Ratten umher, eine konnte ich fotografisch
einfangen.

Heute Morgen machten wir eine Motorradtour. Die routinierten Fahrer chauffierten uns mit einem rasanten Tempo über die Strassen von Hue und durch holprige Gassen. Herrlich mittendrin zu sein und
den Wind um die Nase streichen zu lassen! Und auch etwas abenteuerlich… Wir machten diverse Stops, so zum Beispiel bei der Zitadelle, der alten verbotenen purpurnen Stadt. Diese wurde von der
letzten Dynastie Nguyen um 1800 gebaut. Die verbotene Stadt in Peking diente dabei als Vorbild. Das Gelände ist riesig und die nicht von den Bomben zerstörten Gebäude eindrücklich. Ein
friedlicher Ort!

Danach erklärte man uns, wie man Räucherstäbchen und die beliebten Hüte herstellt. Uns wurde ein traditionelles vietnamesisches Essen aufgetischt und wir lernten neue Gerichte kennen. Auch eine
Fahrt auf dem Drachenboot war inkludiert.

Nun sitze ich auf dem Hochbett im Zug nach Hanoi. Die Fahrt dauert rund 13 Stunden, also habe ich mehr als genügend Zeit für meinen Blog ;) Da es
kein WiFi gibt, lade ich ihn später hoch. Unser Wagen scheint ziemlich neu zu sein und ist sauberer als erwartet. Die Kabinen sind klein, machen das Zusammensitzen jedoch gemütlich. Vorhin haben
wir einige Kakerlaken entdeckt, die mir heute Nacht hoffentlich fern bleiben… Meine Tour dauert noch bis Mittwochabend, dann muss ich mich von den lieben Reisegefährten verabschieden und bin noch
bis Samstag alleine in Hanoi. Darauf freue ich mich jedoch auch, da ich immer mehr Gefallen daran finde, alleine durch die Strassen zu schlendern und zu machen, was ICH will. Und auf die
sicherlich entspannten Tage auf der Insel Phu Quoc freue ich mich ganz besonders! Ausschlafen, entspannen, schnorcheln, lesen, essen, spazieren, baden, sönnele etc. Strandferien, ich
komme! :)

In der Zwischenzeit ist morgen früh und ich lade den Blog hoch. Nun ja, die Kakerlaken kamen mir deutlich zu nahe! Nachdem ich bei dem starken Ruckeln endlich eingeschlafen war, wachte ich auf,
da mich etwas kitzelte. Nicht etwas, sondern eine Kakerlake – auf meiner Hand! Eklig! Danach benutzte ich doch meinen Seidenschlafsack und fühlte mich etwas wohler. Wirklich viel Schlaf lag nicht
drin, aber es war ein unvergessliches Erlebnis. Nach einer Dusche geht es jetzt auf Stadterkundigung und am Nachmittag haben wir frei – definitiv Zeit zum Erholen und vielleicht für eine weitere
Massage? ;)

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6., 7. und 8. Januar 2020

So, ich bin wieder etwas ausgeschlafener und erholter. Zu viert gönnten wir uns eine 90-minütige Ganzkörpermassage, seeeehr entspannend! Am Morgen früh assen wir mit den Einheimischen Zmörge,
natürlich Nudelsuppe. Danach ging es zum Ho Chi Minh Mausoleum. Ich wusste bis dahin nicht, dass Ho Chi Minh nicht nur eine Stadt, sondern ein sehr wichtiger Mann war. Ho Chi Minh war der
Revolutionsführer und Vorsitzender der Arbeiterpartei Vietnams. Später wurde er Premierminister und Präsident der Demokratischen Republik Vietnam. Nach der Wiedervereinigung Vietnams wurde die
Stadt Saigon in Ho Chi Minh City umbenannt. Ho Chi Minh reiste viel und brachte so wichtige Erkenntnisse mit nach Vietnam. Als wir sein Haus besuchten, konnten wir sehen, wie bescheiden er lebte.
Bis heute gilt er als einer der einflussreichsten Menschen.

Anschliessend besuchten wir Van Mieu (Literaturtempel), der um 1070 erbaut wurde. Ein eindrückliches Gelände und eine pompöse Innenausstattung! Gegen Abend erkundigten wir Hanoi zu Fuss und
landeten schlussendlich in einer Bar. Wegen des Schlafmankos in der Nacht zuvor schlief ich wie ein Baby…

Gestern Morgen fuhren wir die rund 140 Kilometer nach Halong Bay. Die Fahrt im Bus dauerte fast vier Stunden, weil der Verkehr hier wirklich nicht mit der Schweiz verglichen werden kann… Ich
freue mich auf weniger überfüllte Strassen und vor allem auf weniger Hupen ;) Unterwegs schauten wir uns eine Manufaktur an, in der körperlich beeinträchtigte Menschen allerlei Handwerksarbeiten
herstellen. Eine tolle Sache, jedoch auch ziemlich kostspielig. Als wir auf dem Boot ankamen, waren wir erstaunt, wie „luxuriös“ es ist. Saubere und grosszügige Kabinen, tolles Essen und super
Service. Zum Znacht gab es einen vietnamesischen 10-Gänger. Und glaubt es mir oder nicht, aber ich hab Garnelen probiert! Nun ja, nicht so meins…

Halong Bay ist äusserst touristisch. Man sieht unglaublich viele angefangene Bauten, die wohl schon seit einigen Jahren hier brach stehen. In einigen leerstehenden Gebäuden leben Menschen, die
sich hier keinen anderen Wohnsitz mehr leisten können. Auch hier liegen Armut und Reichtum so nah beieinander… Dies sahen wir auch, als wir auf einer Insel eine Höhle besichtigten. Auf der
kleinen Insel leben Menschen mit praktisch gar nichts und sie verdienen ihren Lebensunterhalt nur dank der Touristen, die hierhin kommen. Eine Wohnung können sie sich nicht leisten, deshalb
hausen sie in einem Zelt neben der Höhle.

Die unzähligen Boote verteilen sich in dem riesigen Gebiet zum Glück gut. Und die rund 1‘600 (!) Kalksteininseln sind einfach bezaubernd. Gestern war es stark bewölkt, trotzdem hatte der Ort
etwas Magisches. Und etwas sehr Friedliches. Es hat mich stark an Neuseeland erinnert, nur dass es deutlich wärmer war ;) Wir konnten optional Kajakfahren, da musste ich nicht lange überlegen.
Und wir schauten uns auf einer Zuchtperlenfarm um, später kaufte ich mir Perlenohrringe als Andenken. Nach einem gesprächsintensiven Abend und (zu viel) Wein huschten wir in die Kojen. Am Morgen
früh fuhren wir zum Sandstrand, welcher sehr kommerziell und nicht wirklich schön ist, trotzdem genoss ich das Baden im kühlen und etwas schmutzigen Wasser. Als leidenschaftliche Wasserratte ist
es mir ziemlich egal, wie kalt es ist, was vor allem die Südafrikaner und Australier beeindruckt hat. Zurück auf unserem Boot genossen wir nochmals die herrliche Aussicht und den Sonnenschein.
Halong Bay ist definitiv ein weiteres Highlight meiner tollen Reise, ich wäre gerne noch länger dort geblieben. Freiheit pur!

Auf der Rückfahrt machten wir einen Zwischenstop in einer Keramikfabrik. Während der Fahrt fiel mir einmal mehr auf, dass es hier sehr häufig bestimmte Gebiete oder Strassen gibt, in denen das
Gleiche verkauft wird. So sieht man in den unzähligen Läden z. B. nur Kartoffeln oder Glaswaren. Bei einer Strasse musste ich fest an meinen Paps denken: nur Brockis! Er würde es lieben, meine
Mum wohl eher weniger… ;)

Zurück im Hotel waren alle müde und so trafen wir uns erst wieder auf das Abendessen. Dieses nahmen wir in einem Restaurant ein, dass benachteiligten Menschen eine Ausbildung bietet. Das fand ich
persönlich richtig toll und das Essen war suuuuperlecker! Nach einem letzten Absacker (dieses Mal jedoch alkoholfrei für mich…) hiess es „Bye Bye“. Heute war der letzte Tag der Asien-Tour und
viele reisen morgen nach Hause. Ich bin froh, dass ich noch bis Samstag in Hanoi bin und die Hauptstadt Vietnams noch etwas mehr auskundschaften kann. Ich lasse es nun aber wirklich ruhig
angehen, versprochen. Melde mich Ende Woche wieder, bis bald meine Lieben.

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9. und 10. Januar 2020

„Treat yourself!“ Genau das habe ich nun zwei Tage lang gemacht und es mir so richtig gutgehen lassen :) Gestern habe ich den Tag mit Michelle (NZ) und Debbie (GB) verbracht, ein richtiger Frauentag. Da wir zulange im Bett liegen geblieben
sind, haben wir das Frühstück verpasst. Deshalb mussten wir dann „blöderweise“ Kaffee und Kuchen zum Frühstück essen ;) Das absolut mädchenhafte Cafe Baked by Julie ist praktisch nur in rosarot
gehalten und überall sind Blumenverzierungen. Dass sich kein Mann hierhin verirrt, erstaunt mich nicht!

Danach liessen wir uns die Nägel machen. Und wie! Ich entschied mich für dunkelrosa und eine Blume mit Blingbling auf dem Daumen. Sonst bevorzuge ich ja eher weniger auffällige Nägel, es sieht
aber absolut toll aus. Die Besitzerin fragte mich sogar, ob sie ein Fotoshooting machen dürfe und deshalb habe ich nun professionelle Bilder davon ;) Auch meinen Füssen habe ich wieder Mal eine
Massage und Pflege gegönnt - wennschon, dennschon :)

Wir schlenderten zu dritt durch die Strassen Hanois und entdeckten dabei einen kleinen Keramikladen. Obwohl ich ja – wie schon oft erwähnt – nicht wirklich Platz im Rucksack habe, MUSSTE ich bei
den tollen Produkten einfach zugreifen. Wir besuchten auch die Kathedrale sowie andere deutlich französisch geprägte Gebäude. Im The Hanoi Social Club gab es eine Zwischenverpflegung, guten
Kaffee und vor allem eine tolle Atmosphäre. Ich liebe es, wenn Cafes gemütlich eingerichtet sind und man so kurz dem Grossstadtlärm und der Hektik entfliehen kann. Wenn es dann noch viele
Pflanzen hat, ist es perfekt!

Abends machten wir uns schick und gingen auf eine Rooftop Bar für Cocktails. Der servierte Mango-Rindfleisch-Salat und das Klebereis-Mango-Litschi-Kokusnuss-Dessert waren himmlich und wir haben
viel gelacht. Was für ein grossartiger Tag! Bye bye girls...

Nun habe ich seit langem wieder ein Einzelzimmer und so blieb ich heute lange im Bett liegen. Obwohl Michelle eine super Mitbewohnerin war und mir wertvolle Tipps für die englische Grammatik
gegeben hat, geniesse ich nun wieder meine Ruhe und dass ich auf niemanden mehr schauen muss. So lief ich etwas planlos durch Hanoi und sah mir die Menschen, Häuser und Gassen genauer an. Welche
Vielfalt man hier findet! Neue Shoppingmalls und direkt daneben alte Häuser, die beinahe zu verlottern scheinen. Bei den älteren Gebäuden kann man oftmals direkt in die Wohnräume schauen und so
wurde mir einmal mehr bewusst, wie nah Arme und Reiche hier nebeneinander leben. Da man sich hier sehr auf den Verkehr und darauf, wo man hintritt, achten muss, dauerte mein Spazierung eine
Weile. Zum Verschnaufen suchte ich ein verstecktes Cafe auf, das mir empfohlen wurde. Nachdem mir ein Einheimischer den Eingang gezeigt und ich die vier Feuerleitern erklummen hatte, genoss ich
eine herrliche Aussicht auf einen kleinen See. Diesen schaute ich mir danach an und besuchte auch einen Tempel.

Seit ich in Asien bin kämpfe ich etwas mit Hautproblemen, die wohl vom Essen, dem Smog, der Hitze und der Sonnencreme kommen. So gönnte ich mir eine Gesichtsbehandlung und war erstaunt, als auch
noch eine Massage inkludiert war. Massage heisst hier oftmals, dass sie einem den Rücken derart strecken, bis es knackst. Was unangenehm klingt, fühlt sich im Nachhinein jedoch gut an. Der ganze
Lärm und die vielen Leute wurden mir dann jedoch plötzlich zu viel und deshalb bin ich ins Hotel geflüchtet. Später gehe ich nochmals in das Restaurant von gestern und geniesse den letzten Abend
in der Hauptstadt Vietnams, bevor ich morgen Mittag nach Phu Quoc fliege – ich kann es kaum erwarten!

Fotos (29)

11. und 12. Januar 2020

Phu Quoc – eine paradiesische Insel! Sicher auf den ersten Blick… Trotz Bewölkung konnte ich bereits aus dem Flugzeug erkennen, dass die grösste Insel Vietnams wunderbare Strände zu bieten hat.
Auf dem Weg ins Hotel sah ich dann, wie vielerorts, Baustellen für grosse Hotelanlagen. Als ich im La Veranda Resort ankam und meine Unterkunft sah, war ich begeistert! Das grosszügige Zimmer ist
sehr liebevoll eingerichtet, äusserst sauber und dank meinem Upgrade habe ich vom Balkon aus einen Blick aufs Meer – herrlich! Die Anlage ist in einem grossen Garten angelegt, in den
dschungelähnlichen Wegen verirre ich mich immer noch ;) Auch der private Strandabschnitt überzeugt mit schattenspendenden Palmen, bequemen Hängematten, vielen Liegestühlen und super Service. Das
Wasser ist eher trüb und beim Schwimmen habe ich Plastik entdeckt, mehr dazu später. Nach den frischen Wassertemperaturen in Neuseeland und Halong Bay ist es mir hier fast ein bisschen zu warm
mit 29 Grad ;)

Aktuell ist es bewölkt, jedoch trotzdem über 30 Grad, was ich sehr angenehm finde. Nach einigen Stunden am Strand ging ich am Abend an ein Wine Tasting, in der Hoffnung, andere Leute
kennenzulernen. Nun ja, ich befinde mich in einem absoluten Päärlihotel und irgendwie wollte ich mich nicht einfach dazusetzen… Also blieb ich für mich. Die Umbuchung hat nicht ganz geklappt und
so lautete alles noch auf zwei Namen und war dementsprechend eingerichtet. Ich wurde immer wieder gefragt, wieso ich alleine hier sei. Das hat mir nichts ausgemacht, Fehler passieren. Als ich
dann jedoch alleine in diesem absolut romantischen Restaurant am Strand sass, fühlte ich mich doch etwas einsam. Versteht mich richtig, ich vermisse keine bestimmte Person, aber alleine zu essen
ist mir unangenehm. In grossen Städten hat mir das nichts ausgemacht, hier ist es mir jedoch unangenehm. Zum Glück war das Barbecue superlecker und die Atmosphäre soll, so gewöhnte ich mich nach
einiger Zeit daran. Als ich später einen Sangria trank und der Livemusik lauschte, fühlte ich mich etwas wohler. Da ich beim leckeren Essen einfach nicht Nein sagen konnte und mich völlig
über(fr)essen hatte, lief ich noch einige Zeit dem Strand entlang. Hier reihen sich Hotels und Bars aneinander, wie an so vielen Stränden heutzutage. Nach kurzer Zeit fand ich eine angespülte
Flasche, die voller Muscheln war. Neugierig öffnete ich sie, vielleicht ist es ja eine romantische Flaschenpost? Leider nicht, nur stinkendes Wasser und Sand waren drin ;)

Und nun noch zu einem Herzensthema: Während meiner Reise habe ich unglaublich viel Abfall gesehen, zu viel! Besonders in Asien ist es immer noch ein grosses Thema. Als ich gestern den
wunderschönen Strand entlanglief und dabei unzählige Plastiksäcke, Büchsen (mit einem toten Fisch daneben!), Verpackungen und sogar einen Pneu fand, wurde ich wütend. Wütend über die Menschheit
und wütend über mich selbst. Erstens: Wieso benutzen wir immer noch so viel Plastik und Einwegprodukte, wenn es doch gute Alternativen gibt? Ein Beispiel sind Strohhalme. Ich werde diese ab
sofort nicht mehr benutzen und habe mir vor Längerem ein Bambusröhrli gekauft. Auch Wattestäbchen werde ich so schnell wie möglich aus meinem Leben verbannen. Zweitens: Wieso landet so viel
Abfall im Meer? Ich habe gestern noch lange recherchiert und die Ursachen sind vielseitig. Ungenügende Entsorgungsanlagen, Unwissenheit, Bequemlichkeit und Unachtsamkeit resp. Bewusste Ignoranz.
Littering ist auf der ganzen Welt ein Problem, im Meer sammelt sich der Abfall jedoch besonders und gefährdet vor allem die absolut schützenswerten Flora und Fauna. Nachdem ich einige der
„Fundstücke“ aufgelesen und bei den Hotels hingelegt hatte, in der Hoffnung, dass diese auch wirklich korrekt entsorgt werden, fühlte ich mich besser. Wirklich nachhaltig war das natürlich nicht,
aber ich werde mich nun noch mehr mit dem Thema auseinandersetzen und bitte auch euch darum. Hinterfragt euer Verhalten, der Umwelt zuliebe. Drittens: Danke!

Heute Morgen wollte ich meinem Körper wieder Mal etwas Gutes tun (ich kann schliesslich nicht immer nur essen, wie meine Familie von mir denkt ;)) und so ging ich ins Fitness. Uii, ich schwitzte
nicht nur wegen den 27 Grad… Aber gut hat’s getan! Das Frühstück war verdient und der selbstgemachte Joghurt mit Granola und das Rührei schmeckten besonders gut. Auch der frische Kokos-Smoothie
hat mich absolut umgehauen, soooo lecker! Danach plegerte ich gemütlich am Strand und verbrachte den Nachmittag mit Sönnele, Schlafen, Lesen und Bädele. Mein Kopf ist immer noch voller Eindrücke
und Gedanken, weshalb mein Schlaf leidet. Hier habe ich nun aber viel Zeit zum Nachdenken, Verarbeiten und bewusst Abschalten, was mir heute gut gelungen ist. Nun fühle ich mich bereits ziemlich
entspannt und freue mich auf die weiteren zweieinhalb Tage auf dieser sommerlichen Insel.

Fotos (21)

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Ein kleiner Gruß aus der Ferne?

Ich freue mich über jede Nachricht in meinem digitalen Gästebuch.