Bereits als wir die schier endlosen sattgrünen Wälder und die unzähligen tiefblauen Fjorde aus dem Flugzeugfenster heraus sahen, wussten wir: „Norwegen wird uns umhauen!“ Lust auf ein kleines
Abenteuer? Dann kommt mit!
Mit einem modernen Zug, welcher nottabene auf die Sekunde pünktlich ist (jaja, das können nicht nur die Schweizer), fuhren wir vom Flughafen nach Oslo Sentral.
Von dort aus ging es mit dem Uber weiter ins Hotel mit dem witzigen Namen Thon Slottsparken. Dort herrschen jedoch nicht etwa sanfte Lachstöne vor, sondern ein wildes Muster aus grellem Grün,
Blau und Gelb. Es liegt direkt nebem dem königlichen Schloss und einem grossen Park. Etwas versteckt befindet sich ein kleiner Pavillon, der mein romatisches Herz direkt höher schlagen liess. Im
sogenannten Queens Park lassen sich zudem putzige Eichhörnchen beim Nüsse suchen beobachten.
Oslo beeindruckt ansonten vor allem mit imposanten Gebäuden und einer erstaunlich ruhigen Atmosphäre. Trotz vielen Menschen ist es jederzeit sehr angenehm. Auch
den Strassenlärm nimmt man weniger wahr, was vermutlich daran liegt, dass es in Norwegen praktisch nur noch Elektroautos gibt. Und die Einheimischen scheinen generell eher ruhige und entspannte
Zeitgenossen zu sein, was uns sehr gefällt. So liessen wir uns eine Weile durch die Stadt treiben und landeten schliesslich am Wasser. Die Festung Akershus rahmt die Promenade auf der linken
Seite ein, auf der rechten Seite befindet sich das moderne Wohn- und Arbeitsviertel Tjuvholmen. Nach einem feinen Abendessen mit Blick aufs Wasser erkundigten wir die Umgebung genauer. Und
staunten nicht schlecht, als wir direkt beim Astrup Fearnley Museet, dem Museum für moderne Kust, einen Steg wie geschaffen für den Sonnenuntergang fanden. Natürlich waren wir nicht die einzigen,
einige waghalsige Norweger sprangen sogar ins kalte Nass. An Tjuvholmen beeindruckte uns vor allem die vielseitige Architektur. Der leuchtende Baum am anderen Ufer war ebenfalls sehr schön
anzusehen. In einer nahe gelegenen Bar tranken wir die besten Cocktails überhaupt, so wurde der Fussmarsch zurück ins Hotel noch unterhaltsamer.
Erschöpft und voller schöner Eindrücke fielen wir ins weiche Hotelbett. Die Nachtruhe sollte jedoch von kurzer Dauer sein, denn plötzlich erklang ein
unglaublich lautes „Biiiip“. Feueralarm! Nicht schon wieder, dachte ich mir noch, hatte ich doch direkt ein Déjà-vu von Neuseeland. Wir packten unsere Jacken, die Handys und marschierten über den
Notausgang auf die Strasse. Dieser füllte sich immer mehr mit anderen Hotelgästen, einige davon nur in Bademänteln und gänzlich barfuss. Ich sag euch, es war echt kalt draussen und wir waren
froh, hatten wir etwas Anständiges an. Mehrere Feuerwehrautos fuhren vor, Informationen erhielten wir jedoch keine. Schlussendlich durften wir nach gut 45 Minuten wieder ins Zimmer, als ob nie
etwas gewesen wäre. Nun ja, lieber ein Fehlalarm zu viel als einer zu wenig.
Heute Morgen schlemmten wir zuerst in Ruhe am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Wir hatten Glück, denn andere warteten ewig auf einen Platz. Danach flanierten wir
wieder durch Oslo, bestaunten das riesige rote Rathaus und die Festung Akershus von innen. Bis zum Operahuset Oslo, dem berühmten Opernhaus, liefen wir noch ein ganzes Stück. Und wurden mit einer
tollen Aussicht belohnt. Damit meine ich nicht nur die Norweger, die in den schwimmenden Saunas vor sich hin dampften und schliesslich ins kalte Wasser hüpften ;) Nein, auch das Opernhaus lässt
sich sehen. Ein modernes Bauwerk mit viel Marmor und Glas. Es wird umgeben von unzähligen Hochhäusern und noch viel mehr Möwen. Von oben hat man eine tolle Perspektive auf die Skyline und den
Oslofjord.
Mein ganz persönliches Highlight war das Deichman. In diesem Gebäude befinden sich nebst einer beachtlichen Bibliothek diverse stilvolle Cafes, hübsche Shops und
kreative Ateliers. Man kann Musik produzieren, Schallplatten abspielen und sogar Kleider nähen. Würde ich in Oslo wohnen, wäre dies definitiv einer meiner Lieblingsorte.
Nach einer stärkenden Kaffeepause erkundigten wir die Hauptstadt weiter, liefen durch unzählige Strassen, diskutierten über Städtebau und landeten
schliesslich in einem traditionellen Restaurant. Was gibt es Besseres als ein leckeres Essen nach einem Tag voller Entdeckungen und Bewegung an der frischen Luft? Sich gemütlich ins Bett kuscheln
und den Tag Revue passieren lassen ist dann quasi das Dessert. Morgen geht unser Abenteuer erst richtig los, dann holen wir unser Mietauto und fahren einfach mal drauf los… Sind wir gespannt, an
welche wunderbaren Orte es uns noch verschlagen wird.