AZOREN

AZOREN

Reisezeitraum: 19./20. Juli 2018 - São Miguel – 28./29. Juli 2018

30./31. Juli 2018 Nun ja, leider sind unsere Ferien schon wieder zu Ende... Zuhause heisst es nun Wäsche waschen, Koffer verräumen, Bilder sortieren und zwischendurch meinem Herzallerliebsten auf die Nerven gehen ;) Damit das «Ferien-Feeling» noch etwas bleibt, gehe ich es ganz ruhig an und geniesse zwischendurch eine feine Tasse Kaffee. Wir hatten noch zwei schöne Tage, von denen ich euch gerne erzähle: Am Montag konnten wir unsere geplante Vulkanwanderung machen. In knapp drei Stunden sind wir entlang des Grates gelaufen und hatten eine wunderbare Sicht in das Innere. Der Vulkan befindet sich in der Mitte von Faial und da die Insel nicht besonders gross ist, sahen wir auch in alle Küsten. Während der Wanderung zeigte sich erneut, wie schnell das Wetter auf den Azoren umschalten kann. Von Sonne pur bis Nebel und Wind war wieder alles dabei, glücklicherweise mal kein Regen. Anschliessend bummelten wir noch etwas durch den Hauptort Horta und auch mein Tageswunsch ging noch in Erfüllung - ein erfrischendes Bad im Meer und etwas Sünnele :) Nach einem grandiosen Nachtessen in einem Grillrestaurant war Packen angesagt. Am Dienstagmorgen machten wir uns bereits früh auf zum Flughafen. Auch das dritte Mietauto konnten wir ohne Schaden zurückgeben. Während des ersten Fluges war es leider noch stark bewölkt, also sah man praktisch nur Wolken. In Lissabon hatten wir einen längeren Zwischenhalt, den ich unbedingt ausnutzen wollte. Mit dem Bus fuhren meine Mutter und ich in die Altstadt. Es war unglaublich heiss und die Zeit knapp, also machten wir ein superschnelles Sightseeing und schon ging's zurück zum Flughafen. Der kurze Blick auf Lissabon hat mir gefallen, ich möchte gerne nochmals etwas länger hin. Beim zweiten Flug durfte mein Schwesterherz ans Fenster und die Aussicht geniessen. Müde, aber glücklich sind wir schliesslich gegen 23.00 Uhr in Zürich gelandet und wurden von meinem Schatz abgeholt. Die Azoren-Reise mit meiner Familie wird mir in bester Erinnerung bleiben. Die etwas befürchteten Reibereien (stellt euch mal drei Frauen während zwei Wochen auf engstem Raum und dazu noch einen eigenwilligen Papa vor ;)) blieben aus. Im Gegenteil, wir haben viele schöne Momente zusammen erlebt und haben oft lauthals gelacht. Für diese 13 Tage bin ich sehr dankbar und hoffe, dass auch ihr Freude am Blog hattet. Macht's gut und bis bald!

BackgroundHallo ihr Lieben. Endlich ist es wieder so weit... FERIEN! Die Vorfreude auf diesen Trip war gross. Das lag einerseits am Reiseziel und andererseits an der charmanten Begleitung.
Zusammen mit meinen Eltern und meiner Lieblingsschwester verbringe ich 13 wunderbare Tage auf den Azoren. «Azoren? Häääh? Wo ist denn das?» fragt ihr euch jetzt vielleicht. Deshalb hier zum
Einstieg einige Facts zu diesen wunderbaren Inseln mitten im Atlanik: Die Azoren bestehen aus neun kleineren und grösseren Inseln und gehören zu Portugal. Wer jetzt denkt, dass es ein
Katzensprung vom Festland her ist, der irrt sich gewaltig! Rund 1'500 km trennen Portugal von den Azoren, also rund 2.5 Stunden im Flugzeit. Man könnte sagen, sie liegen auf halber Strecke nach
Amerika. Die Zeitverschiebung beträgt -2 Stunden, wir können somit länger wach bleiben als ihr ;) Die Distanz zwischen Bern und den Azoren beträgt über 3'000 km. Ganz schön weit, nicht wahr? Die
Reise lohnt sich aber allemal, wie ihr im nachfolgenden Blog lesen könnt. Nun wieder zur Geschichte... Die Inseln tauchen erstmals 1351 auf Seekarten auf. 1493 besuchte auch Christoph Kolumbus
die Azoren, was heute mit einem Denkmal gewürdigt wird. Auf den Azoren leben rund 245'000 Einwohner, die allermeisten mit portugiesischer Nationalität. Die Amtssprache ist Portugiesisch, der
ausgeprägte Dialekt wird jedoch von den Landsleuten auf dem Festland oftmals nicht verstanden. Im Volksmund ist der Begriff «Azorenhoch» weit verbreitet. Obwohl das Wetter auf den Azoren sehr
schnell ändern kann, kommt es unter dem Jahr zu keinen grossen Temperaturschwankungen. Der Winter ist verhältnismässig mild und die Sommermonate angenehm warm. Auf unserer Reise besuchen wir drei
der Inseln und sind vorwiegend mit dem Mietauto unterwegs. Zuerst besuchen wir die grösste Insel, São Miguel. Nach fünf Tagen geht es mit einem Propellerflugzeug weiter nach Pico und
schlussendlich noch mit der Fähre auf die nahe gelegene Insel Faial. Alle paar Tage schreibe ich einen kurzen Blog und publiziere einige Fotos der wunderschönen Landschaft und des Erlebten. Viel
Vergnügen beim Lesen und «Neidisch-werden» ;)

Fotos (1)

19./20. Juli 2018 - São Miguel

Nach rund 5.5 Stunden Flug und Zwischenstopp in Lissabon kamen wir am Donnerstagnachmittag etwas erschöpft in Ponta Delgada an. Um 3.00 Uhr morgens ging die Reise für uns los und meine
Erkältung war für mein Wohlbefinden auch nicht gerade förderlich. Nach etwas Anfangsschwierigkeiten (die ungenauen Karten aber auch!) kamen wir im Hotel an und staunten erst mal über das
grosszügige Appartement, welches wir für fünf Tage nutzen konnten. Eine kurze Ruhepause gab uns neuen Auftrieb und wir schlenderten durch das schöne Städtchen. Die malerischen Gassen, die schön
geschmückten Häuser und die vielen Blumen liessen uns sofort wohl fühlen. Im grossen Hafen ist es momentan eher ruhig, einzig ein grosses Segelschiff liegt vor Anker. Nach unserer
Entdeckungstour genossen wir ein feines Abendessen und planten den nächsten Tag.

Am Freitag war vor allem «Insel-entdecken» angesagt. Mit dem Mietauto ging es mehr oder weniger der Küste entlang nach Villa Franca do Campo. Unterwegs machen wir an diversen Aussichtspunkten
halt und bestaunten die wunderschöne Landschaft und den tollen Ausblick aufs Meer. Es gibt viele Brätelstellen, die gut eingerichtet und an schöner Lage sind. In Vila de Agua de Pau kann man
viele Krebse und Eidechsen entdecken. Nach einem kurzen Zwischenhalt beim Leuchtturm in Ponta Garça fuhren wir ins äusserst grüne Landesinnere. Blumen so weit das Auge reicht, wir waren alle
begeistert! Hortensien schmücken praktisch jeden Weg und verleihen den Azoren einen unglaublichen Charme. Die meist blauen Blüten sind momentan in voller Pracht zu bestaunen, zwischendurch
entdeckt man auch einen mächtigen Oleander und die unverkennbaren Strelizien, auch Papageienblumen genannt. Die teils steile Strasse durchquert wunderbare Hügellandschaften und dschungelartige
Wälder. Bei Caldeiras findet man schwefelhaltige Quellen und fährt an Mauern vorbei, aus denen es dampft. Eine solche Quelle wollen wir noch besuchen und wohltuendes Bad nehmen. Dank dem
guten Kartenlesen meiner Schwester und den professionellen Fahrkünsten meines Vaters kamen wir gut auf der anderen Seite der Insel an. In Ribeira Grande befindet sich ein bekannter Badestrand,
der Ponta das Praias. Der schwarze Sand glitzert wunderschön und das Meer wirft hohe Wellen. Aufgrund eines momentanen Verbotes durften wir nicht ins Meer hüpfen, das kommt aber bestimmt bald.
Also ging es weiter nach Santa Barbara (natürlich ganz zu Ehren meiner Schwester, aber klar!) und wieder über holprige Strassen zurück auf die andere Seite
von S ã o Miguel. Ein feiner Apéro auf der grossen Dachterrasse war ein gelungener Abschluss eines schönen Tages. Obwohl wir erst einen Bruchteil der Azoren
gesehen haben, kann ich sagen: Hier gefällt es mir, hier bleibe ich noch etwas! :) Schliesslich will ich noch Vulkane besteigen und Wahle bestaunen - bald hier zu sehen und lesen.

Fotos (18)

21. Juli 2018

Heute fuhren wir zum bekannten Lagoa das Furnas, welcher sich im Landesinneren befindet. Zuerst ging es kurz zu einem Aussichtspunkt, von wo aus wir bereits einen ersten Blick auf den schönen See
erhaschen konnten. Über holprige Strasse ging's dann weiter nach Furnas. Eine rund 2.5 stündige Wanderung führte uns durch schöne Landschaften. Teilweise kamen wir uns vor wie im Dschungel und
oftmals machten wir Halt für Fotos der wunderschönen Blumenpracht. Die kleinen Pausen kamen mir sehr entgegen, da ich wegen meiner Erkältung immer noch nicht fit bin. In Furnas gibt viele
unterirdische Wasserquellen, die sogenannten Caldeiras. Immer wieder sieht man Dampf oder hört das Sprudeln des heissen Wassers und die schwefelgeschwängerte Luft steigt einem in die Nase. Weiter
ging es um den malerischen See herum. Das Wetter war dabei die grösste Herausforderung: Nach Sonnenschein folgten zwei Minuten Regen und anschliessend wieder Sonne. Zudem windete es teilweise
recht stark. So wechselten wir praktisch im Minutentakt unsere Kleider, was mit der Zeit etwas anstrengend wurde. Die Wanderung hat sich aber allemal gelohnt!

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zum Lagoa do Congro. Der malerische See liegt versteckt im dichten Wald und besticht durch seine grüne Farbe. Der Abstieg respektive Aufstieg
dauern eine Weile, diese sportliche Betätigung lohnt sich aber. Am meisten verzaubert hat mich neben der Farbe des Sees die ruhige Umgebung. Wären nicht noch andere Touristen dort gewesen, so
hätte ich den Gesängen der Vögel noch stundenlang zuhören können. Ein wirklich toller Ort! Nun lassen wir den Abend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.

Fotos (15)

22. Juli 2018

An diesem wiederum sehr wechselhaften Tag stand «Insel-respektive-schöne-Orte-darauf-entdecken» auf dem Programm. Also fuhren wir von Ponta Delgada aus zuerst bis nach Povoação. Beim Miradouro do
Pico do Bodes, einem Aussichtspunkt, wird man für den steilen Aufstieg mit einem wunderbaren Blick über die grüne Landschaft und das Meer belohnt. Vom kleinen Turm aus konnten wir heute sogar die
ersten Delfine beobachten. Anschliessend chauffierte mein Vater uns über kurvige Strassen und durch enge Gassen bis nach Nordeste. Unterwegs machten wir immer wieder Halt an Aussichtspunkten
oder dort, wo es uns gerade gefiel. So sahen wir viele schöne Buchten und meine Schwester sah einen ihrer geliebten Leuchttürme ;) In Nordeste gibt es mitten im alten Städtchen eine schöne Brücke
zu bestaunen. Ausserdem findet man wie überall auf der Insel prachtvolle Blumen, teilweise ganz besonders farbenfrohe Varianten. In Santo António de Nordestinho hat man ebenfalls einen prächtigen
Blick auf die Küste. Etwas weiter in Achada sahen wir unerwartet einen imposanten Wasserfall. Die Mutigeren von uns standen darunter, die anderen schossen Fotos ;) Auch hier bestaunten wir wieder
die Vielfältigkeit der Blumen, besonders die zweifarbigen Hortensien. Auch heute haben wir wieder viele wunderbare Orte gesehen. Die Verbotsschilder bei den Autobahnen sorgten für Schmunzeln und
die Angaben auf dem Wegweiser liessen mir erneut bewusst werden, wie weit weg von Zuhause wir sind. Es ist ein Privileg andere Länder zu entdecken und wenn einem geliebte Menschen dabei
begleiten, macht es besonders viel Freude.

Fotos (14)

23./24. Juli 2018

Wer gestern vergebens auf einen Eintrag gewartet hat, der erhält heute dafür gleich zwei ;) Spass beiseite. Gestern war ich ganz schön müde und deshalb hab ich wortwörtlich Ferien gemacht und
hole das dafür heute nach. Nicht, dass ich heute weniger müde wäre, aber es gibt einiges zu erzählen. Gestern wollten wir eigentlich eine schöne Wanderung um die beiden bekannten Seen Azul und
Verde machen. Diese heissen übrigens so, da der eine blau und der andere grün (liegt nahe, nicht wahr?) scheinen, obwohl sie fast nebeneinander liegen. Leider war Petrus gestern nicht auf unserer
Seite und die höher gelegenen Orte waren allesamt in Nebel oder gar Wolken getaucht. Die Aussicht war nicht gerade sehenswert, sprich man sah ins Grau hinein. Deshalb musste ein
Alternativprogramm gesucht werden, welches uns der Küste entlang führte. Dort war das Wetter besser und so genossen wir einige schöne Aussichten vom Ponta da Ferraria und vom Ponta do Escalvado
aus. Weiter ging's der kurvige Strasse entlang bis nach Mosteiros und Santa Barbara. Richtig gelesen, auf São Miguel gibt es zwei Orte mit diesem Namen. Meine Schwester war regelrecht entzückt
und hat alles mit ihrem Namen drauf fotografiert. Man soll an den kleinen Dingen des Lebens Freude haben ;) Danach fuhren wir ins Landesinnere zu den Caldeira Velha, den heissen Quellen in der
Nähe des Feuersees. Nach einem kurzen Fussmarsch durch dschulgelartigen Wald sieht man bald die vier natürlichen Pools und einen kleinen Wasserfall. Umgeben von der schönen Landschaft und im
warmen Wasser lässt es sich trotz vielen Touristen etwas entspannen. Wieder zurück in Ponta Delgada genossen wir ein feines Abendessen am Hafen und liessen den Tag gemütlich ausklingen.

Am Dienstag war das Wetter etwas besser und wir wagten nochmals einen Abstecher zu den bekannten Seen. Nun war die Aussicht deutlich besser und wir machten gar eine kleine Wanderung. Diese führte
uns zuerst wieder durch dichte Wälder und wurde dann mit einer herrlichen Aussicht beim berühmten Aussichtspunkt Lagoa do Canario. Von diesem Weg aus sieht man wunderbar über Sete
Cidades und die drei Seen sowie das Meer. Anschliessend mussten wir bereits zum Flughafen fahren, von wo aus wir gegen Abend mit einem Propellerflugzeug nach Madalena flogen. Madalena liegt auf
der Insel Pico, welche sich westlich von São Miguel befindet. Der Flug dauerte rund 45 Minuten und dank einem Tipp der Stewardess hatten wir einen tollen Blick auf die uns noch unbekannte Insel.
Das schöne Bed & Breakfest Joe's Place gefiel uns auf Anhieb und wir freuen uns auf die vier kommenden Tage an diesem schönen Ort. Ich persönlich freue mich am allermeisten auf morgen -
Whalewatching!

Fotos (24)

25./26. Juli 2018

So meine Lieben. Gestern konnten wir aufgrund des schlechten Wetters nicht so viel unternehmen wie geplant, heute dafür umso mehr und nun macht Blog schreiben auch wieder Spass ;) Zuerst zum
Whalewatching... Mit einem Schlauchboot ging es von Madalena (wir sind immer noch auf Pico) der Insel Faial entlang (die besuchen wir noch). Zu Beginn war das Wetter noch recht gut und die Sonne
schien. Das Meer war jedoch eher unruhig und so flogen wir buchstäblich über die grossen Wellen. Eine ganz schön holprige Angelegenheit! Die drei fliegenden Fische nahe unseres Bootes sorgten für
kurze Begeisterung. Ganz im Norden von Faial angekommen, hiess es, dass Wale gesichtet worden seien. Man hatte uns bei der Instruktion erklärt, dass die Azoren die meisten Walarten weltweit
beheimaten (respektive, dass sie hier vorbeiziehen), es aber vor allem viele Pottwale gibt. Pottwale sind diejenigen mit dem komisch geraden Rücken und eckigen Kopf ;) Der Pottwal gehört zu
den Zahnwalen und kann bis 1'000 Meter tief tauchen. Ganz schön tief, was? Wenn er auf Tauchkurs geht, so sieht man ihn ungefähr 45 Minuten nicht mehr an der Oberfläche. Diese Tatsache macht eine
Walbeobachtung auch zu einem schwierigen Unterfangen. Von einem Beobachtungspunkt der Insel aus wurde uns jeweils gefunkt, wo ungefähr Wale in den nächsten Minuten auftauchen sollten. So fuhren
wir mit dem Gummiboot recht weit in den Atlantik hinaus und warteten. Ziemlich schnell sahen wir eine Fontäne - erster Wal in Sicht! Die grauen Riesen liessen sich aufgrund der hohen Wellen und
der schlechten Sicht leider nicht allzu gut erkennen. Obwohl wir bereits auf dem Hinweg ständig von hohen Wellen nass gespritzt wurden, so tat der plötzliche Regen sein übriges. Innert Minuten
waren wir klitschnass, die Sicht miserabel und die Wellen mannshoch. Obwohl ich sonst überhaupt keine Seekrankheit verspüre, wurde es mir wie auch meiner Schwester plötzlich - sorry für den
Ausdruck - kotzübel. Wir waren einfach nur froh, dass wir zwischendurch einige hundert Meter weiterfuhren und so das ständige Schaukeln etwas weniger wahrgenommen haben. Mein Vater kam deshalb
gar nicht erst mit, er hätte wohl keine hundert Meter überstanden ;) Schlussendlich sahen wir trotz miesem Wetter, hohen Wellen und schlechter Sicht sechs Pottwale :) Unter den genannten
Bedingungen war es leider sehr schwierig gute Fotos zu schiessen, auf zweien kann man jedoch einen Wal erkennen. Delfine bekamen wir leider keine zu Gesicht, schon etwas enttäuschend... Beim
nächsten Mal bestimmt! Nach drei Stunden ging es in einem Affenzahn zurück an den Strand und wir kamen pflotschnass im Hotel an. Nach einer wärmenden Dusche ging's wieder nach Madalena zum
Bummeln, zu dieser Zeit schien gar wieder die Sonne - welche Ironie! Abends genossen wir ein feines Nachtessen in einem angesagten Lokal am Meer. Trotz der nicht so tollen Bedingungen wird uns
das Whalewatching noch lange in Erinnerung bleiben.

Am Donnerstag sagte der Wetterbericht deutliche Besserung voraus und so unternahmen wir eine rund vierstündige Wanderung. Hierfür fuhren wir einmal quer über die Insel Pico bis nach Mantenha. Die
Strassen sind oftmals von Schlaglöchern übersät und sehr kurvig, mein Vater hat dies aber wieder mit Bravour gemeistert. Unterwegs gibt es einige kleine Seen, an denen wir jeweils kurz Halt
machten. Am äussersten Punkt angekommen wurden die Wanderschuhe geschnürt und los ging die kleine Abenteuerreise. Nachdem die meisten Höhenmeter erklommen waren, genossen wir schon bald die
wunderbare Aussicht auf die vielen Weinberge und das Meer. Die Weinberge haben auf Pico eine besondere Bedeutung und gehören gar zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Besondere daran sind die
unzähligen Steinmauern, welche die Weinberge umgeben. Ihr müsst euch das wie ganz viele kleine Felder vorstellen, die durch alte Steinmauern voneinander abgetrennt sind. Diese Mauern sind
teilweise mehrere hundert Jahre alt und geben dieser Insel ihren Charme. Viele der Felder werden nicht mehr für Reben benutzt, sondern beispielsweise für Mais, Gemüse oder Bananen. Nach ungefähr
zwei Stunden kamen wir wieder an die Küste. Die ganze Insel ist von Lavasteinen geprägt, so auch praktisch alle Stände. So liefen wir gut eine Stunde über den schwarzen Lavastein der Küste
entlang. Manchmal mussten grosse Gräben oder wackelige Steinformationen überquert werden. Es gibt wunderschöne kleine Buchten, in denen die Wellen an die Klippen prallen und das Meer seine ganze
Schönheit zeigt. Die türkise Farbe des Wassers hat uns verzaubert und oftmals blieben wir für einen etwas längeren Blick oder ein Foto stehen. Einige der tollsten Buchten findet ihr in den Fotos.
Nach rund vier Stunden waren wir wieder beim Ausgangspunkt und meine Mutter und ich kühlten uns mit einem kühlen Bad ab. Mit dem Auto ging es der Küste entlang zurück nach Madalena. Die schöne
Wanderung mit den tollen Buchten und dem eindrücklichen Lavastein gehört zu meinen bisherigen Top-Ten-Wanderungen. Müde, aber glücklich fallen wir nun ins weiche Bett... Bis bald!

Fotos (25)

27. Juli 2018

Auch heute spielte Petrus uns wieder einen Streich... Morgens regnete es, also fuhren wir zu den Lavahöhlen Furna de Frei Matias. Die beiden Höhlen liegen etwas versteckt am Fusse von zwei
kleinen Vulkanen. Eine Legende sagt, dass ein Eremit einsam in diesen Höhlen gelebt hat. Weiter ging es wieder fast bis ans Ende der Insel zum Aussichtspunkt Terra Alta. Das Wetter wurde
nachmittags glücklicherweise besser, ja gar richtig heiss und so fuhren wir der Küste entlang bis nach São Roque do Pico. Dort gibt es ein wunderschönes Naturbecken, dass regelrecht zum Baden und
Verweilen einlädt. Aus unserer Sicht die schönste Badi überhaupt! Sogar unsere beiden Nicht-Wasserratten wagten sich ins kühle Nass ;) Nach der obligaten Glace machten wir uns auf den Rückweg
nach Madalena. Unterwegs gab es viel Schönes zu sehen und so legten wir einige Fotostopps ein. Nach einem kleinen Stadtbummel und dem Nachtessen ging's zurück ins B&B Joe's Place. Den
Blutmond konnten wir leider nicht sehen, die Aussicht war trotzdem wunderbar. Morgen schippern wir mit der Fähre zu unserer letzten Insel Faial. Dort erwarten uns wieder schöne Landschaften und
tolle Wanderungen. Até breve (bis bald).

Fotos (16)

28./29. Juli 2018

Ich sitze gerade im gemütlichen Aufenthaltsraum unserer Unterkunft «quinta da meia eira» und schaue von Weitem aufs Meer hinaus. In diesem Moment scheint die Sonne wieder und ich spüre die warmen
Strahlen auf meiner Haut. Gerne erzähle ich euch noch, wie unser gestriger Tag verlaufen ist... Vormittags checkten wir im schönen und sehr liebevoll geführten B&B Joe's Place in Madalena
aus. Die Fähre von Pico auf Faial war für 14.00 Uhr reserviert, also galt es etwas Zeit zu überbrücken. Barbara und ich machten es uns schnell in einem Hafencafé gemütlich und steckten unsere
Nasen in unsere Bücher. Unsere Eltern erkundeten noch eine Schlucht und schlossen sich uns dann wieder an. Auf der rund 30 minütigen Überfahrt nach Horta auf der Insel Faial genoss ich den teils
heftigen Wind, der mir um die Nase wehte. Leider sahen wir keine Wale oder Delfine, dafür war das Meer zu unruhig. Auf Horta angekommen fuhren wir mehr oder weniger gewollt auf einen
Aussichtspunkt und hatten bereits eine schöne Aussicht auf den Hauptort Horta und eine schöne Bucht. Danach ging es direkt ins Appartement, welche durch seine grüne Umgebung und die gemütlichen
Zimmer überzeugt. Trotz wunderbarer Sicht aufs Meer sahen wir auch wieder keine Meeressäuger, aber wer weiss, vielleicht haben wir ja noch Glück ;)

Heute hat das Wetter seinem Ruf wieder alle Ehre gemacht - von Regen bis Sonnenschein und Wind hatten wir innerhalb von Minuten alles! Morgens war es wie fast jedes Mal eher wolkenverhangen, also
wagten wir uns nicht auf die geplante Wanderung. Deshalb war wieder eine Erkundigungstour mit dem Auto angesagt, nach Ford und Seat nun mit einem kupferfarbenen Opel Crossland. Als erstes ging es
zum nahe gelegenen Naturschutzgebiet Morro de Castelo Branco. Dort nisten momentan viele Vögel, deshalb muss man ein wenig aufpassen, dass man diese nicht stört. Weiter ging es nach Varadouro,
von wo aus man bereits einen schönen Blick auf den alten Leuchtturm und die Vulkaninsel Capelinhos werfen kann. Die Geschichte dieser Vulkaninsel wird auch als Capelinhos Mysterium
bezeichnet und da wir mehr darüber erfahren wollten, besuchten wir das dort ansässige Museum. Für euch eine kurze Zusammenfassung: Von 1957 bis 1958 brach unter Wasser ein Vulkan aus, was zu
einer Erweiterung der bestehenden Insel führte. In der Zwischenzeit wurde bereits wieder einiges an Material von den Wellen abgetragen, die entstandene Fläche des Vulkans ist aber immer noch
deutlich zu sehen. Besonders eindrücklich ist es, dass der Leuchtturm beim Vulkanausbruch und auch beim starken Erdbeben von 1998 nicht allzu fest beschädigt wurde und nun nicht mehr an der
Küste, sondern etwas im Landesinneren steht. Die vom Vulkan geschaffene Fläche darf unter Aufsicht gar betreten werden. Wir verzichteten darauf und stiegen lieber die über 100 Stufen des
Leuchtturmes empor. Von ganz oben hat man eine herrliche Aussicht und es gab gar ein Familienfoto (der Anwesenden natürlich). Da der Nachmittag erst angebrochen war, fuhren wir weiter der Küste
entlang bis nach Porto do Salão. Dort gibt es eines der schönsten Naturschwimmbecken weit und breit. Da die Wellen jedoch mit grosser Wucht auf die Felsen prallten, verzichteten wir auf ein Bad
und genossen die Aussicht dafür umso mehr. Zurück in Horta besuchten wir das weltbekannte Peter Café Sport, Treffpunkt für Segler und Reisende. Anschliessend ging es zurück in die Unterkunft und
später nochmals gemütlich gemeinsam essen. Morgen ist bereits der letzte (ganze) Tag und wenn das Wetter mitspielt, möchten wir nochmals eine schöne Wanderung unternehmen. Der letzten
Blog-Eintrag unserer schönen Azoren-Reise folgt bald.

Fotos (28)

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Ein kleiner Gruß aus der Ferne?

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